Covid-Arznei-Betrug: 18 Monate bedingte Haft für Apothekerpaar aus Tirol AT

ByimTicker

Mittwoch, 26. März 2025 , , , ,

Das Ehepaar musste sich am Landesgericht Innsbruck verantworten.

Innsbrucker Ehepaar wegen unerlaubtem Verkauf von Paxlovid verurteilt – Schaden: 1,5 Millionen Euro

Ein Apotheker-Ehepaar aus Innsbruck (AT) wurde am Dienstag, 25. März 2025, vom Landesgericht wegen schweren Betrugs rund um das Covid-Medikament Paxlovid zu je 18 Monaten bedingter Haft verurteilt. Der 56-jährige Ehemann hatte als Apothekenassistent grosse Mengen des Medikaments ohne ärztliche Verschreibung bestellt und teilweise über einen chinesischen Bekannten nach Fernost weiterverkauft. Die Apothekerin und Ehefrau wurde als Beitragstäterin verurteilt.

Bundeseigentum zweckentfremdet – Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Medikamente gehörten zum Bundeskontingent und durften nur mit Rezept abgegeben werden. Der Mann bestellte zwischen Dezember 2022 und Januar 2023 innerhalb von zehn Tagen 2’500 Packungen, ohne die notwendigen Verschreibungen. Die Schadenhöhe für die Republik Österreich beträgt laut Gericht 1,5 Millionen Euro – dieser Betrag muss vollständig zurückerstattet werden.

Zusätzliche Strafen und Geldauflagen

Neben den bedingten Haftstrafen erhielt die Apothekerin eine unbedingte Geldstrafe von 10.800 Euro, ihr Ehemann muss 1.440 Euro zahlen. Auch der Apothekenbetrieb selbst wurde mit einer bedingten Unternehmensstrafe von 12.500 Euro belegt. Alle Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Verkauf ohne Rezept – angeblich auf Anfrage für Verwandte in China

Der Apothekenassistent gab an, ein chinesischer Bekannter habe ihn auf Paxlovid angesprochen – angeblich für kranke Verwandte. Er habe daraufhin über das Apothekensystem die Medikamente bestellt, ohne auf eine Rezeptpflicht hingewiesen worden zu sein. Die Mengen seien im Laufe der Zeit gestiegen.

Apothekerin bestreitet Mitwisserschaft – Ehemann gesteht teilweise

Die Apothekerin erklärte vor Gericht, sie habe ihren Mann über die Rezeptpflicht informiert und sei davon ausgegangen, dass die Angelegenheit damit geklärt sei. Erst durch Rückfragen eines Grosshändlers sei sie auf das Ausmass der Bestellungen aufmerksam geworden. Ihr Ehemann gab sich hingegen teilweise geständig und gab an, das verdiente Geld – zwischen 30.000 und 40.000 Euro – grösstenteils verspielt zu haben.

Rückgabe und Unklarheit über Gesamtmenge

Wie viele Packungen tatsächlich nach China verkauft wurden, blieb ungeklärt. Fest steht, dass 450 Packungen zurückgegeben wurden, nachdem Behörden Anfang 2023 auf die hohen Bestellmengen aufmerksam wurden.

Fazit mit Ausblick

Der Fall zeigt, wie auch in der Pandemie betrügerische Handlungen vorkamen – mit erheblichen finanziellen Folgen für die öffentliche Hand. Die gerichtliche Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen, eine Berufung der Angeklagten bleibt möglich.

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