Mafiamord bei Bari (I): Leiche von Francesco D. verkohlt entdeckt

Mafiamord bei Bari: Ermittlungen nach Leichenfund in Apulien

Am 29. April wurde zwischen Canosa di Puglia und Minervino Murge nördlich von Bari die verkohlte Leiche eines jungen Mannes entdeckt. Es handelt sich um Francesco Diviesti, 26 Jahre alt, aus Barletta. Er galt seit dem 25. April als vermisst. Die Polizei fand den Leichnam in den Ruinen eines abgelegenen Landhauses.

Am Körper des Opfers waren mehrere Einschusslöcher zu erkennen. Zudem entdeckten die Ermittler Patronenhülsen von zwei unterschiedlichen Pistolen – ein klarer Hinweis auf eine gezielte Hinrichtung.

ansa.it berichtet, dass noch unklar sei, ob Francesco Divisti vor oder nach dem Brand starb. Um dies zu klären, führt Sara Sablone vom Institut für Rechtsmedizin der Poliklinik Bari eine Autopsie durch. Ersten Medienberichten zufolge – darunter ANSA – wurde Divisti zunächst angeschossen und anschliessend angezündet. Eine in Mafiakreisen häufig verwendete Methode, um ein Zeichen zu setzen.

Die Anti-Mafia-Direktion Bari (DDA), unter der Leitung von Ettore Cardinali und Daniela Chimienti, ermittelt nun wegen Mordes mit mafiösem Hintergrund. Bisher wurden fünf Verdächtige in das Ermittlungsregister aufgenommen:

  • Drei Männer aus Barletta,

  • ein Mann aus Minervino Murge, dem die beschlagnahmte Villa nahe dem Fundort gehört,

  • sowie ein albanischer Staatsbürger, der sich derzeit auf der Flucht befindet.

Die Brutalität der Tat und der abgelegene Fundort deuten auf eine Hinrichtung im Stil der Mafia hin. Die Verwendung zweier Waffen und die anschliessende Verbrennung des Körpers gelten als Zeichen einer organisierten, professionellen Tat.

Auch das Profil des Opfers könnte Hinweise auf den Hintergrund liefern. Die Polizei untersucht derzeit mögliche Verbindungen zu kriminellen Netzwerken oder ausstehenden Konflikten innerhalb lokaler Strukturen in Apulien.

Die Ruine, in der die Leiche gefunden wurde, liegt abgeschieden in einer wenig frequentierten Gegend. Ermittler schliessen nicht aus, dass das Gelände gezielt als Tatort ausgewählt wurde, um Spuren zu verwischen und eine abschreckende Botschaft zu senden.

Die beschlagnahmte Villa eines der Verdächtigen könnte ebenfalls eine Rolle bei der Planung oder Durchführung der Tat gespielt haben. Eine umfassende Spurensicherung läuft derzeit.

Der Mord an einem jungen Mann in dieser Form erschüttert nicht nur die Ermittlungsbehörden, sondern auch die Bevölkerung von Barletta und Umgebung. In sozialen Netzwerken äussern viele Nutzer Angst vor einer neuen Welle von Mafia-Gewalt in Apulien.

Auch politisch wächst der Druck, die Strukturen der organisierten Kriminalität im Süden Italiens weiter zu bekämpfen.

Ob Francesco Diviesti Opfer einer internen Abrechnung wurde oder ob ein grösseres Netzwerk involviert ist, bleibt abzuwarten. Die Autopsie dürfte erste klare Antworten liefern – vor allem zur Frage, ob der 26-Jährige bei lebendigem Leib verbrannt wurde.

Bis dahin bleibt der Fundort versiegelt, und die Ermittlungen der DDA laufen auf Hochtouren.

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