Ein Naturereignis mit dramatischen Folgen
Ein extrem starker Zyklon hat in Indonesien nicht nur massive Zerstörung angerichtet, sondern auch eine der seltensten Menschenaffenarten der Welt stark dezimiert.
Neue wissenschaftliche Daten zeigen: Mehr als 7 Prozent der weltweiten Population der Tapanuli-Orang-Utans sind durch das Ereignis ums Leben gekommen.
Tausende Tiere in kurzer Zeit verloren
Der Zyklon Senyar traf im vergangenen November die Insel Sumatra und löste schwere Überschwemmungen und Erdrutsche aus.
Besonders betroffen war das Batang-Toru-Ökosystem im Norden der Insel – das einzige bekannte Habitat der Tapanuli-Orang-Utans.
Nach Angaben einer im Fachjournal „Current Biology“ veröffentlichten Studie starben rund 58 Tiere von insgesamt etwa 800 Individuen in freier Wildbahn.
Die Katastrophe hat damit einen erheblichen Teil der ohnehin stark gefährdeten Population ausgelöscht.
Wenn Naturgewalten zur Bedrohung werden
Die Forschenden betonen, dass nicht nur der Zyklon selbst, sondern vor allem die ausgelösten Erdrutsche tödlich waren.
Über 8.000 Hektar Wald wurden durch Erdrutsche zerstört – ein massiver Eingriff in den Lebensraum der Tiere.
Laut einer Analyse, über die auch CNN berichtete, könnte der Klimawandel die Intensität solcher Stürme zusätzlich verstärkt haben, was die Niederschlagsmengen deutlich erhöhte.
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Eine Art am Rand des Aussterbens
Die Tapanuli-Orang-Utans gelten als extrem verletzlich:
- nur etwa 800 Tiere weltweit
- sehr langsame Fortpflanzung (alle 6–9 Jahre Nachwuchs)
- stark fragmentierter Lebensraum
Schon geringe zusätzliche Verluste können die gesamte Population langfristig destabilisieren.
Forscher warnen, dass selbst jährliche Verluste von über 1 Prozent kritisch sein könnten.
Schutz der letzten Lebensräume gefordert
Expertinnen und Experten fordern nun stärkere Schutzmassnahmen für die Region.
Dazu gehören unter anderem:
- Stopp weiterer Entwaldung
- Wiedervernetzung isolierter Waldgebiete
- strengere Regulierung industrieller Nutzung
- besseres Katastrophenmonitoring
Ohne diese Massnahmen könnte sich die Lage weiter verschärfen, insbesondere bei künftig häufigeren Extremwetterereignissen.
Klimawandel als Verstärker der Krise
Der Zyklon wird auch als Beispiel für die zunehmende Verbindung zwischen Klimawandel und Artensterben gesehen.
Stärkere Regenfälle und häufigere Extremereignisse erhöhen nicht nur die direkte Gefahr für Tiere, sondern zerstören auch langfristig ihre Lebensräume.






