Zürich plant den Busbruch: Was steckt hinter dem 300-Millionen-Franken-Deal?
Die VBZ wollen raus aus alten Verträgen – und das hat Gründe.
Denn bei den bisherigen Buspartnern Hess und MAN ist mächtig Sand im Getriebe.
Jetzt steht eine spektakuläre Neuvergabe an. Und es stellt sich eine Frage:
Fahren bald chinesische E-Busse durch Zürich?
Der Streit: Warum die VBZ mit Hess und MAN durch sind
Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben die Nase voll. Seit Jahren setzen sie auf Busse vom Schweizer Hersteller Hess (Bellach SO) und dem deutschen Produzenten MAN. Doch:
Technische Störungen häufen sich
Lieferungen verzögern sich wiederholt
Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig
Eine Sprecherin der VBZ bestätigt gegenüber der Aargauer Zeitung:
«Wir sehen uns mit erheblichen und anhaltenden Herausforderungen in Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit unserer MAN- und Hess-Busflotte konfrontiert.»
Der neue Plan: 300 Millionen für bis zu 200 Busse
Noch im Januar soll eine internationale Ausschreibung erfolgen – mit folgenden Eckdaten:
100 Elektrobusse im Startpaket
Option auf 100 zusätzliche Trolleybusse
Investitionsvolumen: 300 Millionen Franken
Das wäre der grösste Busauftrag in der Geschichte der VBZ – und ein Schlag ins Gesicht für Hess.
Schon andere Schweizer Hersteller gingen leer aus
Die Situation erinnert an die umstrittene Vergabe der SBB:
Im November 2025 ging der Mega-Zugauftrag für 116 Doppelstockzüge an Siemens.
Stadler Rail, der Schweizer Platzhirsch, ging leer aus.
Nun könnte auch im Zürcher Nahverkehr die nächste historische Kehrtwende folgen.
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Und jetzt China? Das sagen die VBZ
Mit Blick auf mögliche Anbieter überrascht eine Aussage der VBZ:
«Chinesische Busse sind grundsätzlich denkbar», so ein Sprecher zur Aargauer Zeitung.
Tatsächlich drängen Hersteller wie BYD oder Yutong immer stärker nach Europa.
Diese könnten nun mit modernster E-Bus-Technologie und konkurrenzlosen Preisen punkten – auf Kosten heimischer Produzenten.
Was sagt Hess dazu?
Der Solothurner Busbauer zeigt sich enttäuscht, aber kämpferisch. Gegenüber der Aargauer Zeitung heisst es:
«Wir bedauern die Situation ausserordentlich.»
Man habe wegen des Ukraine-Krieges das Werk in Belarus schliessen müssen. Die technischen Probleme würden «Schritt für Schritt» behoben.
Doch reicht das, um das Vertrauen der VBZ zurückzugewinnen? Fraglich.
Eine neue Ära im Schweizer ÖV?
Wenn Zürich Busse künftig aus dem Ausland bestellt – womöglich aus China – wäre das ein Wendepunkt:
Verlust industrieller Wertschöpfung im Inland
Zunehmender Einfluss internationaler Grosskonzerne
Sicherheits- und Datenfragen bei chinesischer Technologie
Für den Moment steht fest:
Der Heimmarkt ist kein Garant mehr für heimische Hersteller.
Kommen Chinas E-Busse bald an den Limmatquai?
Die VBZ setzen ein klares Zeichen – und bringen den Schweizer Busmarkt ins Wanken.










