Das Zürcher ETH-Spin-off Haelixa entwickelt mit ProofDNA eine Technologie gegen die Fälschung von Luxusgütern. Eine markenspezifische DNA-Signatur soll Uhren, Taschen und Schmuck eindeutig identifizierbar machen. Der Echtheitsnachweis erfolgt über einen PCR-Test und könnte eine zusätzliche physische Sicherheitsebene für die Luxusbranche schaffen.
Fälschungen von Luxusgütern werden zunehmend schwieriger zu erkennen. Besonders sogenannte Superclones können selbst für erfahrene Spezialisten kaum vom Original unterschieden werden.
Für die Schweizer Uhrenindustrie ist Produktpiraterie auch wirtschaftlich relevant. Gemäss OECD entstehen der Branche durch gefälschte Produkte jährlich Schäden von rund 1,88 Milliarden US-Dollar.
Physische DNA-Signatur soll Echtheit beweisen
Genau hier setzt das Zürcher ETH-Spin-off Haelixa mit seiner ProofDNA-Technologie an. Das Unternehmen will Produkten eine markenspezifische DNA-Signatur verleihen, die physisch mit dem jeweiligen Produkt verbunden ist.
Klemens Link, Director Anti-Counterfeiting & Brand Protection bei Haelixa, verweist dabei auf die Grenzen bisheriger Echtheitsnachweise. Zertifikate könnten gefälscht und Seriennummern kopiert werden. Auch digitale Lösungen wie Blockchain oder NFC würden allein nicht zwingend beweisen, dass ein Produkt tatsächlich echt ist, wenn die digitale Identität nicht untrennbar mit dem physischen Gegenstand verbunden ist.
ProofDNA soll deshalb eine zusätzliche, forensisch überprüfbare Ebene schaffen. Die DNA-Signatur wird dabei so mit dem Produkt verbunden, dass sie nicht einfach von einem gefälschten Zertifikat oder einer kopierten Seriennummer übernommen werden kann.
PCR-Test als forensischer Echtheitsnachweis
Die Echtheit eines Produkts soll sich anschliessend mit einem PCR-Test überprüfen lassen. Dabei kann untersucht werden, ob die charakteristische DNA-Signatur vorhanden ist.
Das Verfahren könnte grundsätzlich bei unterschiedlichen Luxusgütern eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Uhren, Schmuck und Taschen. Entscheidend ist, dass die Technologie zuverlässig zwischen einem authentischen Produkt und einer Fälschung unterscheiden kann.
Für Hersteller könnte ein solcher physischer Echtheitsnachweis insbesondere im Handel mit hochwertigen Produkten interessant sein. Auch bei Weiterverkäufen und auf dem Secondhand-Markt könnte eine überprüfbare Identität das Vertrauen von Käufern und Verkäufern stärken.
Durchbruch könnte Luxusmarkt verändern
Sollte sich ProofDNA in der Praxis bewähren und breit eingesetzt werden, könnte die Technologie den Umgang mit Produktfälschungen in der Luxusbranche verändern. Hersteller hätten damit eine weitere Möglichkeit, die Echtheit ihrer Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu überprüfen.
Ob sich die Technologie tatsächlich als Branchenstandard durchsetzen kann, ist allerdings noch offen. Dafür müsste sie sich unter anderem im industriellen Einsatz bewähren, zuverlässig funktionieren und von Herstellern, Händlern sowie Konsumenten akzeptiert werden.
Haelixa steht damit vor der Aufgabe, aus einer technologischen Lösung einen breit einsetzbaren Schutzmechanismus für eine Branche zu machen, in der Authentizität und Vertrauen einen zentralen Teil des Produktwerts ausmachen.





