Eine ungewöhnliche Nacht für eine ungewöhnliche Amtszeit
Kurz nach Mitternacht, tief unter den Strassen von Manhattan, begann eine neue politische Ära.
In einer stillgelegten U-Bahn-Station im Beaux-Arts-Stil wurde Zohran Mamdani als Bürgermeister von New York City vereidigt.
Keine grosse Bühne. Kein Blitzlichtgewitter.
Stattdessen Geschichte – im wahrsten Sinne des Wortes.
Vereidigt unter der Stadt, für die Stadt
Der 34-jährige Mamdani legte seinen Amtseid in der historischen Old City Hall Station ab – einem Ort, der seit Jahrzehnten nicht mehr für den regulären Betrieb genutzt wird.
Die Zeremonie war bewusst klein gehalten:
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Vereidigung durch Letitia James, Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York
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Anwesenheit seiner Frau Rama Duwaji
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Seine Eltern:
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Mira Nair, international bekannte Filmemacherin
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Mahmood Mamdani, Professor für Afrikastudien an der Columbia University
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„Dies ist wahrlich die grösste Ehre und das grösste Privileg meines Lebens“, sagte Mamdani in seiner Ansprache.
Ein starkes Zeichen seines Glaubens
Mamdani schrieb gleich mehrfach Geschichte.
Er ist der erste Bürgermeister von New York City, der auf einen Koran vereidigt wurde – das heiligste Buch des Islam.
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Hand auf dem Koran seines Grossvaters
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Zusätzlich ein historischer Koran von Arturo Schomburg, ausgeliehen von der New York Public Library
Ein symbolischer Akt für eine Stadt, die von Vielfalt lebt.
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Öffentlicher Verkehr als politisches Statement
Die Wahl des Ortes war kein Zufall.
Mamdani betonte die zentrale Rolle des öffentlichen Verkehrs für New York:
Die alte U-Bahn-Station sei ein Beweis für die Bedeutung des Nahverkehrs für die Vitalität, Gesundheit und das Erbe der Stadt.
Direkt nach der Vereidigung stellte er seinen neuen Verkehrsdezernenten Mike Flynn vor – einen erfahrenen Stadtplaner.
Das Ziel: New Yorks Verkehrssystem soll zum „Vorbild der Welt“ werden.
Politische Prominenz und kulturelle Stimmen
An der Mitternachtszeremonie nahmen auch zahlreiche Persönlichkeiten teil, die Mamdani selbst ausgewählt hatte:
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Schauspieler John Turturro
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Dramatiker Cole Escola
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Schriftsteller Colson Whitehead
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Aktivisten, Kleinunternehmer und Wahlkampfhelfer
Sie sollten laut seinem Büro „Perspektiven, Orientierung und kulturelles Feingefühl“ in die Zeremonie einbringen.
Auch der scheidende Bürgermeister Eric Adams war anwesend. Er erklärte, er wolle den „reibungslosen und friedlichen Machtwechsel“ persönlich miterleben.
Der Aufstieg eines politischen Aussenseiters
Die Ereignisse markieren den Höhepunkt eines bemerkenswerten politischen Aufstiegs.
Zohran Mamdani galt lange als politisch unbekannt.
Doch sein Wahlkampf veränderte alles.
Laut theguardian.com gewann Mamdani vor allem durch einen starken Social-Media-Wahlkampf und intensive Basisarbeit an Unterstützung – insbesondere bei jungen Erstwählerinnen und Erstwählern, die unter hohen Lebenshaltungskosten leiden.
Seine Kampagne mobilisierte:
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über 10.000 Freiwillige
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mehr als 100.000 Haustürbesuche
Ein Programm für die arbeitende Bevölkerung
Mamdani gewann die Wahl im November mit 50,78 % der Stimmen.
Seine zentralen Wahlversprechen:
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Bezahlbarer Wohnraum
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Mietstopps
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Kostenloser öffentlicher Nahverkehr
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Städtische Supermärkte
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Ausbau von Programmen für psychische Gesundheit
Der demokratische Wahlkampfstratege Hank Sheinkopf sagte, Mamdani verkörpere „die Stadt der Zukunft – asiatischer, muslimischer und linker“.










