Durchnässt oder einsturzgefährdet – so sieht die Realität in Gaza aus.
Für Hunderttausende Palästinenser beginnt der Winter mit einer Entscheidung, die keine ist: Zelt oder Ruine. Regen oder Beton. Kälte oder Einsturz.
Leben zwischen Gefahr und Verzweiflung
Seit Beginn des Krieges wurden über 400.000 Häuser im Gazastreifen zerstört. Der Winter trifft Menschen, die alles verloren haben – ausser ihrem Überlebenswillen.
Zwei Optionen, beide lebensbedrohlich:
Zelten am Meer – ohne Schutz vor Kälte, Wind und Wasser
Leben in Ruinen – ständig bedroht von herabfallendem Beton
Viele Bewohner stehen sprichwörtlich im Regen. Wie Hiyam Abu Nabah, die mit ihrer Familie in einem teils eingestürzten Gebäude in Khan Younis lebt – ohne Wände, ohne Strom, unter zerborstenen Decken.
„Uns fiel Sand in die Augen“, sagt sie.
„So kann man nicht leben.“
Kälte, Regen, Einsturz: Die stille Gefahr nach dem Krieg
Allein in der letzten Woche sind laut edition.cnn.com mindestens 17 Menschen durch Regen, Einstürze oder Überschwemmungen gestorben – darunter auch Kinder.
90 % der provisorischen Unterkünfte für Vertriebene wurden überflutet.
Mehr als 1,3 Millionen Menschen benötigen laut UN dringend ein Dach über dem Kopf.
Stimmen aus den Trümmern
Awn Al Haj zeigt, wie Gestein von der Decke rieselt:
„Betonblöcke stürzen ein, Wasser dringt ein, Wind und eisige Kälte.“
Mohammad Fathi vom Zivilschutz warnt:
„Mit jedem Wintersturm werden viele Familien sterben.“
Die UN fordert Israel erneut auf, die Hilfslieferungen auszuweiten.
Zelte, Planen und Decken reichen nicht aus. Menschen erfrieren – auch Babys.
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Eine Lösung ist nicht in Sicht
Die sogenannte „gelbe Linie“ trennt viele Menschen von dem, was von ihren alten Wohnungen übrig ist – die Gebiete sind vom israelischen Militär gesperrt.
Zugleich bröckelt, was noch steht.
In al-Shati stürzte zuletzt ein weiteres beschädigtes Gebäude ein – ein Mensch starb, zwei wurden verletzt. Ursache: Sturm und Vorkriegsschäden.
„Tag für Tag stürzt ein Haus ein“, sagt ein Nachbar.
„Tag für Tag sterben Menschen.“
Zwischen Hoffnung und Resignation
In den Worten eines Bewohners aus Khan Younis:
„Bruder, ich brauche eine Unterkunft. Ich will im Winter kein Zelt. Was auch immer passiert, passiert.“
Für viele klingt das wie Resignation – tatsächlich ist es reine Überlebensstrategie.
Zelte schützen nicht vor Einsturz. Ruinen nicht vor Kälte.
Der Winter in Gaza ist eine humanitäre Krise im Schatten des Krieges. Und er fordert jetzt schon Opfer – Tag für Tag.






