Ein Komet aus einem anderen Sonnensystem – und wir haben ihn nicht von der Erde, sondern vom Mars aus verfolgt.
Noch nie zuvor konnte ein interstellares Objekt aus so vielen Perspektiven gleichzeitig beobachtet werden.
Warum diese Beobachtung so besonders ist – und was sie über fremde Welten verrät.
3I/ATLAS: Ein interstellarer Besucher sorgt für Aufsehen
Seit der Entdeckung des interstellaren Objekts 3I/ATLAS im Juli verfolgen Forscher weltweit, wie sich der eisige Brocken der Sonne nähert und dabei immer heller wird.
Laut nationalgeographic.com konnte die NASA wochenlang keine Daten veröffentlichen, da der längste Regierungsstillstand der Geschichte ihren Betrieb lahmlegte. Die Folge: wilde Spekulationen – manche fantasievoll, meist unbegründet – über ein ausserirdisches Raumschiff.
Nach Ende der Betriebspause veröffentlichte die NASA nun endlich spektakuläre neue Aufnahmen:
3I/ATLAS ist ein Komet – aber ein äusserst ungewöhnlicher.
NASA-Vizedirektor Amit Kshatriya betonte:
„Wir glauben, dass das Universum ein magischer Ort ist. Aber 3I/ATLAS ist ein Komet.“
Warum 3I/ATLAS so besonders ist
Interstellare Objekte sind extrem selten – erst zwei wurden zuvor entdeckt („ʻOumuamua“ 2017 und „2I/Borisov“ 2019).
3I/ATLAS bietet eine einmalige Gelegenheit:
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Ursprung nicht aus unserem Sonnensystem
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Zusammensetzung enthält Spuren anderer Sternsysteme
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Verhalten liefert Hinweise auf physikalische Bedingungen in fremden Welten
NASA-Wissenschaftler Tom Statler beschreibt den Kometen als:
„Ein neues Fenster in die Geschichte anderer Sonnensysteme.“
Beobachtungen vom Mars: Eine kosmische Glücksgelegenheit
Bevor 3I/ATLAS am 30. Oktober seinen sonnennächsten Punkt erreichte, flog er dem Mars in nur 30 Millionen Kilometern Entfernung vorbei – astronomisch gesehen sehr nah.
Dadurch konnten gleich drei NASA-Missionen den Kometen beobachten:
1. Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) – Hochauflösende Schwarzweissbilder
MRO lieferte klare Strukturen der Koma und des Staubschweifs.
2. MAVEN – Analyse im Ultraviolettlicht
MAVEN konnte die Koma und ausgestossene Moleküle sichtbar machen.
Die Daten sollen helfen, die chemische Zusammensetzung des Kometen zu entschlüsseln.
3. Perseverance-Rover – Blick aus Bodenperspektive
Perseverance sah den Kometen als fernen Lichtfleck – wenig wissenschaftlich, aber symbolisch bemerkenswert:
Ein Rover auf einem anderen Planeten beobachtet ein Objekt aus einem anderen Sonnensystem.
ESA-Aufnahmen: Europa war schneller
Während die NASA wegen des Shutdowns pausierte, veröffentlichte die ESA bereits im Oktober eigene Fotos vom ExoMars Trace Gas Orbiter.
Die Sonde konnte den Kometen eine Woche lang verfolgen, was eine präzise Berechnung seiner Bahn erlaubte.
Weitere Missionen entdecken 3I/ATLAS
Zwei weitere NASA-Missionen sichteten den Kometen im September:
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Psyche, unterwegs zu einem metallischen Asteroiden
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Lucy, auf dem Weg zu Jupiter-Trojanern
Beide lieferten wichtige Navigationsdaten zu seiner Flugbahn.
Beobachtung hinter der Sonne: Die kritischste Phase
Der sonnennächste Punkt war von der Erde aus nicht zu beobachten – der Komet verschwand hinter der Sonne.
Nur drei Sonnenmissionen konnten ihn verfolgen:
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PUNCH
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STEREO
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SOHO
Trotz des blendenden Lichts der Sonne blieb 3I/ATLAS sichtbar – als „feuerwerksähnlicher Blitz“, verursacht durch verdampfendes Eis.
Bevor er wieder verschwindet: Ein letzter Blick durch Webb
3I/ATLAS verlässt nun das Sonnensystem und wird nie wieder zurückkehren.
Das James-Webb-Weltraumteleskop wird das letzte Observatorium sein, das ihn noch sehen kann.
NASA-Managerin Nicky Fox sagte:
„Ich freue mich darauf, die Entwicklung bis zum Schluss zu verfolgen.“










