Kinder frieren, hungern – und sterben.
Mit dem Einbruch des Winters verschärft sich die Lage im Gazastreifen dramatisch. Besonders betroffen: Kleinkinder unter fünf Jahren.
Hilfsorganisationen schlagen Alarm – jede Minute zählt.
Zahlen, die schockieren – und erklären
Fast 9.300 Kinder mangelernährt
Ernährungsuntersuchungen von UNICEF und Partnern zeigen:
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August 2025: 14.363 mangelernährte Kinder
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September: 11.746
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Oktober: 9.291
Zwar ist ein Rückgang sichtbar – doch laut unicef.org ist die Rate im Oktober weiterhin fast fünfmal so hoch wie im Februar 2025, während der letzten Waffenruhe.
„Zu viele Kinder in Gaza leiden nach wie vor unter Hunger, Krankheiten und der Kälte – Bedingungen, die ihr Leben gefährden“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell.
Kälte trifft Hunger – tödliche Kombination
Warum der Winter das Sterberisiko drastisch erhöht
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Mangelernährte Kinder haben kaum Fettreserven → schnelleres Auskühlen
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Mehr Energiebedarf durch Kälte → gefährlich bei Nahrungsmangel
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Infektionsrisiko steigt durch nasse Unterkünfte & mangelnde Hygiene
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Krankheiten verstärken den Hunger – und umgekehrt
Viele Kinder leben in Zelten oder Notunterkünften ohne Heizung, Decken oder Winterkleidung.
Regenfälle fluten Lager, vermischen Abwasser mit Trinkwasser, verteilen Müll und Keime.
UNICEF warnt: Hilfe kommt zu langsam
Was bisher geliefert wurde
Seit dem letzten Waffenstillstand:
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26 Zentren zur Behandlung akuter Mangelernährung (vorher: 7)
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5.000 Zelte, 692.000 Decken, 50.500 Matratzen, 206.000 Winterkleidungspakete
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Bargeldhilfen, Pumpen, Sandsäcke, Hygienemaßnahmen
UNICEF versorgte u. a. schwer erreichbare Regionen wie Jabalia im Norden, wo Zerstörung und Mangel besonders gravierend sind.
Hilfsgüter stauen sich an der Grenze
Die größte Hürde: Kein freier Zugang
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Hilfslieferungen lagern an Grenzübergängen – können nicht schnell genug eingeführt werden
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Wichtige Güter wie Wasserchemikalien, Ersatzteile oder Medikamente sind blockiert
UNICEF fordert:
Alle Grenzübergänge öffnen
Verfahren vereinfachen & beschleunigen
Ungehinderte Einfuhr lebenswichtiger Güter – inkl. bisher verweigerter Produkte
Freie Zugänge über Israel, Ägypten, Jordanien, Westjordanland
Die Zeit läuft davon
Jedes Kind zählt. Doch in Gaza zählen jede Stunde, jede Nacht in Kälte und Hunger.
UNICEF leistet Übermenschliches – aber die Grenzen bleiben ein Nadelöhr.
Was heute fehlt, kann morgen den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.










