Die Swisscom-Tochter Wingo stellt im September viele Kundinnen und Kunden auf neue Mobile-Abos um. Die neuen Angebote kosten bis zu einen Franken mehr pro Monat und bieten zusätzliche Leistungen. Besonders betroffen sind Kunden, die früher mit einem «lebenslangen Preisversprechen» geworben wurden.
Wingo ersetzt zahlreiche bestehende Abos durch neue Angebote
Wingo passt sein Abo-Angebot erneut an. Der Telekom-Anbieter bestätigt, dass im September «der grösste Teil der Kundinnen und Kunden» auf neue Mobile-Abos umgestellt wird.
Die bisherigen Angebote werden eingestellt und automatisch durch neue Produkte ersetzt. Für viele Kundinnen und Kunden bedeutet dies eine Preiserhöhung von einem Franken pro Monat. Im Gegenzug verspricht Wingo zusätzliche Leistungen, darunter mehr Roaming-Daten und weitere Funktionen.
Das Unternehmen begründet die Anpassung mit einem überarbeiteten Portfolio und veränderten Bedürfnissen der Kundschaft. Auch bei Internet-Abos sollen neue Sicherheitsfunktionen hinzukommen.
Die Umstellung betrifft insgesamt zehn bisherige Mobile-Abos. Diese werden durch Angebote ersetzt, die Wingo bereits im Mai vorgestellt hatte.
Kritik wegen früherem «lebenslangem Preisversprechen»
Die erneute Preisanpassung sorgt besonders deshalb für Diskussionen, weil Wingo über längere Zeit mit einem «lebenslangen Preis» geworben hatte. In früheren Kampagnen hiess es unter anderem, die Konditionen würden lebenslang gelten.
Das Versprechen war bis zum 8. August 2023 Bestandteil bestimmter Angebote. Danach änderte Wingo die Kommunikation und sprach stattdessen von einem «lebenslangen Rabatt».
Der Unterschied: Ein Rabatt kann weiterhin bestehen bleiben, während der eigentliche Listenpreis eines Abos erhöht wird. Dadurch kann der Endpreis für Kundinnen und Kunden trotzdem steigen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Wingo die Preise für Mobile-Abos erhöht. Die damalige Anpassung führte zu Kritik von Kundinnen, Kunden und Konsumentenschützern.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Ausnahme für Kunden mit altem Preisversprechen
Nach der früheren Kritik hatte Wingo betroffenen Kunden angeboten, ihr bisheriges Abo zum alten Preis weiterzuführen. Voraussetzung war damals unter anderem der Verzicht auf bestimmte Leistungen wie 5G.
Bei der aktuellen Umstellung geht das Unternehmen anders vor. Kundinnen und Kunden mit einem damaligen «lebenslangen Preisversprechen» können ihr bestehendes Abo weiterhin zum alten Preis behalten.
Dafür müssen sie sich jedoch aktiv bei Wingo melden. Die Frist läuft bis Ende August. Wer nicht reagiert, wird im September automatisch auf das neue Abo umgestellt.
Betroffene Kunden werden laut Wingo persönlich informiert. Wer den bisherigen Preis behalten möchte, muss auf bestimmte Vorteile der neuen Angebote verzichten, darunter zusätzliche Daten, mehr Roaming-Leistungen und Sicherheitsfunktionen.
Für die Meldung hat Wingo eine kostenlose Hotline eingerichtet. Alternativ ist die Kontaktaufnahme über die Website möglich.
Ombudscom beschäftigte sich mit Wingo-Fall
Auch die Schweizer Schlichtungsstelle für Telekommunikation Ombudscom hatte sich bereits mit einem ähnlichen Fall beschäftigt. Dabei ging es um die Frage, wie ein «lebenslanger Preis» von Kundinnen und Kunden verstanden werden darf.
Die Ombudscom kam zum Schluss, dass ein solches Versprechen aus Sicht der Kundschaft als dauerhafter Spezialpreis verstanden werden könne.
Wingo reagiert diesmal mit einer klareren Regelung für bestehende Kunden mit dem ursprünglichen Preisversprechen. Wer seine Rechte behalten möchte, muss jedoch innerhalb der gesetzten Frist handeln.






