WM 2026: Ein Turnier für alle – oder nur für wenige?
Die Nachfrage ist riesig, die Stadien in USA, Kanada und Mexiko werden ausverkauft sein.
Doch für viele Fans ist die Vorfreude getrübt.
Die FIFA spricht zwar von globalem Interesse und einem Turnier für alle – die Realität sieht anders aus. Die Preise sind extrem hoch, und die normalen Fans bleiben auf der Strecke.
Teure Tickets: Fussball als Luxusprodukt
Wie die Sportschau berichtete, kosten Tickets für deutsche Fans zwischen 155 Euro für das Spiel gegen Curacao und bis zu 7.430 Euro für das Finale. Mit Kategorie-3-Karten summieren sich die Gesamtkosten auf rund 6.000 Euro für alle Spiele. Zum Vergleich: In Katar 2022 waren es noch rund 1.300 Euro.
Beim freien Verkauf der FIFA wurden durch sogenanntes Dynamic Pricing Preise nach der Nachfrage berechnet – teilweise noch drastischer.
Ein Sport für Eventfans
«Die WM ist keine Weltmeisterschaft mehr für jeden oder zumindest potenziell jeden», warnt der Fanforscher Harald Lange.
«Die enorme Nachfrage nach Tickets wird gezielt genutzt, um maximalen Profit zu erzielen. Bestimmte Fans und ganze Fangruppen werden systematisch ausgeschlossen.»
Lange sieht die WM zunehmend als hochpreisiges Entertainment-Produkt, bei dem Zuschauerzahlen, Merchandising, kostenpflichtige Fanfeste und Weiterverkaufsplattformen der FIFA monetarisiert werden.
Laut gmx.ch spiegelt sich hier eine Strategie wider, bei der der Profit im Vordergrund steht, während das Publikum, das für den Fussball lebt, immer weiter verdrängt wird.
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Fanzonen und Weiterverkauf
Sogar Fanfeste, die früher kostenlos waren, kosten nun Eintritt – etwa 12,50 Dollar in New Jersey. Auf dem FIFA-Tausch- und Weiterverkaufsmarkt kassiert die FIFA 15 Prozent bei Käufern und Verkäufern.
Lange: «Das widerspricht der Idee des Sports fundamental. Fussball wird zunehmend als Show für zahlungskräftige Eventfans inszeniert, während die echten Fans zunehmend ausgeschlossen werden.»
Die Folgen für den Fussball
Die hohen Preise, das Entertainment-Format und die Kommerzialisierung verändern die Kultur des Fussballs.
Der Sport wird zur Show.
Fachkundige Fans werden seltener.
Turniere richten sich an Eventfans, nicht an traditionsbewusste Fussballfans.
Lange warnt: «Das Kapital des Fussballs – eingefleischte Fans – wird verramscht, nicht geschützt. Für die Identität des Sports ist das hochgefährlich.»










