Innovative Medizin rettet Brandopfer: Fischhaut aus Island, Hightech-Haut aus Zürich, Wurm-Gel aus Frankreich.
Doch trotz aller Fortschritte starb ein 18-Jähriger – die Zahl der Opfer von Crans-Montana steigt auf 41.
Tod eines Schwerverletzten
Der junge Schweizer erlag am Samstag in einer Klinik in Zürich seinen Verletzungen, wie laut gmx.ch die Staatsanwaltschaft Wallis mitteilte.
Einen Monat nach der Katastrophe ist die Bilanz für die Mediziner erstaunlich: Nur ein Patient verstarb, während viele andere schwere Verbrennungen überlebten.
Die Katastrophe
Funkensprühende Partyfontänen in einer Bar entzündeten die Flammen
Enger Treppenaufgang verhinderte schnelles Entkommen
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung laufen
Die Überlebenden verdanken ihr Leben:
jungem Alter und intaktem Immunsystem
rascher medizinischer Versorgung
Koordination mit spezialisierten Kliniken in der Schweiz und im Ausland
Fortlaufende kritische Phasen
Frank Siemers, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, erklärt:
„Nach den Operationen müssen die grossen Wundflächen verschlossen werden, damit keine Keime eindringen. Viele Schwerverletzte bleiben Wochen oder Monate im Krankenhaus.“
Universitäts-Kinderspital Zürich: 2 von 5 Patienten noch auf Intensivstation
Zentrum für Brandverletzte CHUV Lausanne: 9 Patienten weiterhin in Behandlung
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Innovative Methoden in der Behandlung
Hautzüchtung I
Zellproduktionszentrum des CHUV züchtet aus kleinen Hautstücken Gewebe für grosse Wunden
Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) liefert ähnliche Materialien
Hautzüchtung II
Spin-off Cutiss der Universität Zürich stellt lebende, mehrschichtige Haut her
Elastisch, mitwachsend, bisher nur im Studienrahmen verfügbar
Fischhaut aus Island
Aus Kabeljau gewonnen, Zellen entfernt, Struktur bleibt
Enthält Omega-3-Fettsäuren, beschleunigt Wundheilung
Günstig und sofort verfügbar, praktisch keine allergischen Reaktionen
Enzym-Gel NexoBrid
Entfernt verbranntes Gewebe, ohne gesunde Haut zu beschädigen
Für Verbrennungen von 10–15 % der Körperfläche zugelassen
Siemers bezeichnet es als „Gamechanger“
Wurm-Gel aus Frankreich
Moleküle aus Hämoglobin von Wattwürmern, höhere Sauerstoffbindung
Experimentelle Anwendung auf Brandwunden
Ziel: Bessere Sauerstoffversorgung und Zellgewebeschutz
Die Frage der Lebensqualität
Dauerhafte Klinikaufenthalte für manche Patienten
Weitere Operationen wegen Narbenbildung oft über Jahre nötig
Funktionelle Einschränkungen, z. B. an den Händen
Psychische Verarbeitung der Traumata entscheidend
Siemers betont:
„Es hat sich in den letzten 10–20 Jahren enorm viel getan. Die Überlebenschancen haben sich deutlich verbessert.“










