Ein Wetter-Krimi wie seit Jahren nicht mehr:
Sturmtief „Elli“ sorgt in Deutschland für Schneechaos, Glatteis und Verkehrschaos – mit lebensgefährlichen Auswirkungen.
Ein stürmisches Tief zieht auf – und teilt das Land
Deutschland steht seit Donnerstagabend unter dem Einfluss von Sturmtief „Elli“, das von Südwesten her eine brisante Wetterlage auslöst. Während im Nordosten arktische Kälte herrscht, schiebt sich vom Atlantik milde, feuchte Luft nach. Die Kollision dieser Luftmassen ist selten – und gefährlich.
Meteorologen sprechen von einer Konstellation, die nur alle zehn bis 15 Jahre auftritt. Besonders tückisch ist dabei nicht nur der starke Schneefall, sondern der auffrischende Wind, der Schnee in gefährliche Verwehungen verwandelt.
Schnee, Sturm, Glätte: Die Lage spitzt sich zu
Schon am Donnerstag fielen vielerorts einige Zentimeter Neuschnee. In den Alpen und dem Schwarzwald waren es deutlich mehr. Seit dem Abend breitet sich der Schneefall von Südwesten über das ganze Land aus – in vielen Regionen werden innerhalb weniger Stunden bis zu 15 Zentimeter Neuschnee erwartet.
In höheren Lagen sind noch grössere Mengen möglich. Am Freitag verschärft sich die Lage: Der Schneefall hält im Norden und Osten an, dazu wird es im Westen zunehmend glatt. Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h werden erwartet, etwa auf Helgoland oder im Hochschwarzwald.
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Verkehr, Schulen, Sicherheit: Der Alltag steht Kopf
Die Auswirkungen des Unwetters sind massiv. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt explizit vor „Lebensgefahr“ durch starke Schneeverwehungen, Glätte und Sturm. Wer zu Fuss unterwegs ist, könne leicht die Orientierung verlieren oder „einschneien“.
Bereits am Donnerstag kam es zu Schulschliessungen, etwa in Wilhelmshaven, Emden oder Aurich. Einige Regionen stellten auf Distanzunterricht um. Auch Hausärzte und Kliniken bereiten sich auf eine Zunahme wetterbedingter Verletzungen vor.
Die Deutsche Bahn kündigte vorsorglich Einschränkungen an. Auf Schnellfahrstrecken werden ICE-Züge verlangsamt, was Verspätungen zur Folge hat. Verbindungen nach Norddeich-Mole, Sylt, Rostock, Binz oder Kopenhagen sind besonders betroffen.
Im Süden sorgt der gefrierende Regen für glatte Strassen. Temperaturen liegen je nach Region zwischen -6 Grad (Oder) und +8 Grad (Oberrhein). In Bayern und dem Allgäu herrscht teils Dauerfrost.
Winterdienste am Limit – Streusalz wird knapp
Nicht nur die Wetterlage ist extrem – auch die Infrastruktur gerät an ihre Grenzen. In vielen Regionen kämpft der Winterdienst gegen Schneeberge und Glatteis. In Mecklenburg-Vorpommern könnte laut Landesamt für Strassenbau und Verkehr sogar ein Streik für Engpässe sorgen.
In Hildesheim gibt es Lieferprobleme beim Streusalz, weshalb der Winterdienst bereits eingeschränkt wurde. In Hamburg wurde als Notmassnahme das Verbot von Streusalz auf Gehwegen aufgehoben – vorerst bis zum 21. Januar. Ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sollen sich weiterhin sicher fortbewegen können.
Laut merkur.de bleibt das Sturmtief „Elli“ voraussichtlich bis Sonntag aktiv. Erst danach erwarten Meteorologen eine leichte Entspannung der Lage.
Schneesturm mit Ansage – und trotzdem voller Wucht
Ob Strassen, Schienen oder Schulhöfe: „Elli“ hält Deutschland fest im Griff. Die Warnung ist klar – es herrschen lokal lebensgefährliche Bedingungen. Wer kann, bleibt besser zuhause.










