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Kantone 2 Min. Lesezeit

Weniger Gülle, mehr Industrie: So steht es 2025 um Luzerns Gewässer

Es geht kaum zurück – aber immerhin nicht nach oben: Die Zahl der Gewässerverunreinigungen im Kanton Luzern bleibt 2025 stabil.Auffällig ist: Die Landwirtschaft ist weniger schuld – dafür rückt die Industrie in den Fokus. 68 Fälle – und ein altbekanntes Problem Im Kanton Luzern wurden 2025 insgesamt 68 Gewässerverunreinigungen registriert – genau gleich viele wie […]

Drohnenaufnahme eines Gewässers mit deutlichem Ölfilm und Sperrbojen an einem Uferbereich
Kantone
Ölfilm auf dem Wasser – Industrieeintrag in Luzerner Gewässer (Bildquelle: uwe.lu.ch)

Es geht kaum zurück – aber immerhin nicht nach oben: Die Zahl der Gewässerverunreinigungen im Kanton Luzern bleibt 2025 stabil.
Auffällig ist: Die Landwirtschaft ist weniger schuld – dafür rückt die Industrie in den Fokus.

68 Fälle – und ein altbekanntes Problem

Im Kanton Luzern wurden 2025 insgesamt 68 Gewässerverunreinigungen registriert – genau gleich viele wie im Vorjahr. Damit liegt die Zahl deutlich unter dem langjährigen Schnitt (2016–2025: 78 Fälle), aber ein echter Rückgang bleibt aus.

Der Inhalt zählt: Zwar nahm die Gesamtzahl nicht zu, die Ursachen verschoben sich jedoch.

2024 war die Landwirtschaft Hauptverursacherin. 2025 dagegen gehen die meisten Vorfälle auf das Konto von Industrie- und Gewerbebetrieben.

Mehr Fischsterben – aber auf kürzerer Strecke

2025 wurden sieben Fischsterben registriert – zwei mehr als im Vorjahr. Die betroffene Fliessstrecke betrug rund zwei Kilometer und lag damit unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (ca. 9 km).

Zwei der sieben Ursachen blieben ungeklärt. Je zwei Fälle wurden von der Landwirtschaft sowie von Industrie und Gewerbe verursacht, einer durch Private.

Verschmutzter Bachlauf bei Nacht mit braunem Wasser, Schaum und angrenzendem Gras- und Gebüschbereich
Schmutzwasser im Bachlauf – Schadstoffeintrag durch Siedlungsentwässerung (Bildquelle: uwe.lu.ch)


Industrie & Gewerbe als neue Hauptverursacher

Mit 31 Fällen kam fast die Hälfte aller Gewässerverunreinigungen 2025 aus dem Bereich Industrie und Gewerbe – ein starker Anstieg gegenüber 2024 (16 Fälle).

Auffällig war vor allem:

  • Baustellenabwasser: 11 Fälle (Vorjahr: 9)

  • Öl-, Diesel- und Benzinverschmutzungen: 12 Fälle, meist durch menschliches Versagen

  • Betriebs- und Bohrabwässer: weitere 12 Fälle

Die Behörden setzen auf Sensibilisierung in der Baubranche sowie verstärkte Kontrollen.

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Landwirtschaft mit rückläufigen Zahlen

Nur 15 Verunreinigungen wurden durch die Landwirtschaft verursacht – 2024 waren es noch 29.

Hauptursachen:

  • Gülle- und Misteinträge

  • fehlende Überwachung

  • technische Mängel

Die seit 2020 eingeführten Gewässerschutzkontrollen auf Betrieben zeigen offenbar Wirkung. Zahlreiche bauliche Schwachstellen konnten seither beseitigt werden.

Trübes, gelblich verfärbtes Wasser in einem stark verschmutzten Gewässerabschnitt
Trübes Wasser nach Gewässerverunreinigung im Kanton Luzern (Bildquelle: uwe.lu.ch)


Einzelereignisse & Siedlungsentwässerung: keine Trendwende

Elf Fälle wurden 2025 der Kategorie „Diverse“ zugeordnet, darunter:

  • Sechs durch Private

  • Eintrag von Öl oder Diesel

  • Drei Verunreinigungen aus der Siedlungsentwässerung, jedoch kein Fischsterben

Kein einziger Fall war auf Löschwasser nach Bränden zurückzuführen – ein positiver Befund. Auch der Unterhalt der Kanalisation und Sonderbauwerke funktioniert laut Kanton derzeit zuverlässig.

Fortschritt bei Bauern – Druck auf die Industrie wächst

Die Gesamtzahl bleibt gleich – doch die Verursacher wechseln. Während die Landwirtschaft offenbar Fortschritte macht, muss die Industrie aufholen.

Ein Fischsterben ist für viele sichtbar. Doch viele Verunreinigungen treffen Kleinstlebewesen, die für ein gesundes Ökosystem ebenso entscheidend sind – auch wenn niemand es merkt.

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