Ein Hund, der scheinbar lächelt, ist nicht unbedingt glücklich, und eine schnurrende Katze kann Schmerzen haben. Zum Welttierschutztag am 4. Oktober macht VIER PFOTEN auf häufig missverstandene Signale von Tieren aufmerksam. Gleichzeitig setzt sich die Tierschutzorganisation dafür ein, die Empfindungsfähigkeit von Tieren stärker in internationalen politischen Prozessen und rechtlichen Regelwerken zu verankern.
Körpersprache von Tieren wird oft falsch gedeutet
Tiere können Freude, Angst, Vertrauen, Stress und Schmerz empfinden. Sie drücken ihre Gefühle unter anderem durch Mimik, Körperhaltung und Verhalten aus. Diese Signale werden von Menschen jedoch nicht immer richtig verstanden.
So ist das Schnurren einer Katze nicht zwingend ein Zeichen von Zufriedenheit. Es kann auch bei Schmerzen oder Unwohlsein auftreten. Ebenso bedeutet Schwanzwedeln bei Hunden nicht automatisch Freude. Ein Hund, der scheinbar lächelt, kann laut VIER PFOTEN auch angespannt oder verunsichert sein.
Auch das Verhalten von Kühen wird mitunter falsch interpretiert. Wenn Kühe auf einer Weide auf Menschen zulaufen, kann dies Ausdruck ihrer natürlichen Neugier sein. Die Tiere erkunden gerne ihre Umgebung und inspizieren Unbekanntes.
«Tiere kommunizieren ständig mit uns. Wer ihre Signale versteht, kann ihre Bedürfnisse besser erkennen und ihr Wohlergehen fördern», sagt Katja Schönenberger, Geschäftsleiterin von VIER PFOTEN Schweiz. Tiere seien fühlende Lebewesen, deren Bedürfnisse stärker in politischen Entscheidungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssten.

VIER PFOTEN bringt Tierwohl auf die UNO-Agenda
Die Organisation verweist auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Empfindungsfähigkeit von Tieren und fordert, diese stärker in nationalen und internationalen Regelwerken zu berücksichtigen. In der Schweiz ist bereits gesetzlich anerkannt, dass Tiere keine Sachen sind. Aus Sicht von VIER PFOTEN besteht jedoch weiterhin Handlungsbedarf bei der praktischen Umsetzung des Tierschutzes.
Auch auf internationaler Ebene setzt sich die Organisation für eine Weiterentwicklung des rechtlichen Status von Tieren ein. Ziel ist es, ihr Wohlergehen stärker abzusichern und verbindliche Tierschutzstandards zu fördern.
Ein entsprechender Anlass ist für den 5. Oktober am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York geplant. Gemeinsam mit Frankreich und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) bringt VIER PFOTEN Diplomatinnen und Diplomaten aus verschiedenen Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten, Tierwohl und die Empfindungsfähigkeit von Tieren in internationalen Prozessen stärker zu berücksichtigen.
Langfristig will VIER PFOTEN die Anerkennung von Tieren als fühlende Lebewesen stärker im multilateralen System verankern. Damit soll eine Grundlage für einen weltweit wirksameren Schutz des Tierwohls geschaffen werden.
Häufig missverstandene Signale
- Katzen: Schnurren kann Zufriedenheit ausdrücken, aber auch bei Schmerzen oder Unwohlsein auftreten.
- Hunde: Schwanzwedeln ist nicht immer ein Zeichen von Freude. Ein scheinbares Lächeln kann auch auf Anspannung oder Unsicherheit hindeuten.
- Kühe: Wenn Kühe auf Menschen zulaufen, kann dies auf Neugier und Erkundungsverhalten zurückzuführen sein und muss nicht zwingend Aggression bedeuten.
VIER PFOTEN ruft dazu auf, die Körpersprache von Tieren bewusster wahrzunehmen und ihr Verhalten im jeweiligen Zusammenhang zu betrachten. Ein besseres Verständnis ihrer Signale kann helfen, ihre Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und ihr Wohlergehen zu fördern.
Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heimtiere, sogenannte Nutztiere und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in 13 Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.






