Trump drängt Selenskyj zu weitreichenden Zugeständnissen
Der von Präsident Donald Trump geforderte 28-Punkte-Plan zur Beendigung des russischen Krieges in der Ukraine sorgt international für Aufsehen – und heftige Kritik. Laut nytimes.com verlangt der Vorschlag von der Ukraine massive territorialen, militärischen und politischen Zugeständnisse, die weitgehend den Forderungen von Wladimir Putin entsprechen.
Der russische Präsident erklärte, der Plan könne „als Grundlage für ein endgültiges Friedensabkommen dienen“. Für Moskau wäre das Papier ein geopolitischer Triumph.
Was steckt hinter dem 28-Punkte-Plan?
Der Plan wurde Ende Oktober von Kirill Dmitriev (Russland) und Steve Witkoff (Trump-Gesandter) ausgearbeitet. Ziel sei es, den Krieg schnell zu beenden – jedoch unter Bedingungen, die vor allem Russland nutzen.
Kernpunkte:
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Die Ukraine würde als neutraler, militärisch stark eingeschränkter Staat neu definiert.
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NATO-Beitritt ausgeschlossen, keine NATO-Truppen im Land.
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Reduzierung der ukrainischen Armee auf eine stark beschränkte Truppenstärke.
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Gebietsverluste zugunsten Russlands, darunter:
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De-facto-Anerkennung der Krim,
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Anerkennung der russischen Kontrolle über Donezk und Luhansk,
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Rückzug der Ukraine aus eigenen, aktuell kontrollierten Gebieten.
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Einrichtung einer entmilitarisierten Pufferzone, die international als russisches Territorium gilt.
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Aufhebung der Sanktionen gegen Russland und schrittweise Reintegration in den Welthandel.
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Einladung Russlands zur G8 und langfristige Wirtschaftskooperationen mit den USA.
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Eine Amnestie für Kriegsverbrechen aller Beteiligten.
Welche Vorteile hätte Russland?
Der Plan erfüllt nahezu alle strategischen Ziele Putins:
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Massive territoriale Gewinne.
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Schwächung der Ukraine auf Jahrzehnte.
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Keine weitere Ausdehnung der NATO.
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Internationale Rehabilitierung Moskaus.
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Wirtschaftliche Entlastung durch Sanktionslockerungen.
Kurz: Russland würde als klarer Gewinner aus dem Abkommen hervorgehen.
Was würde die Ukraine bekommen?
Für die Ukraine bleiben nur wenige konkrete Vorteile:
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Ende des Krieges – allerdings unter schmerzhaften Bedingungen.
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Vage Sicherheitsgarantien des Westens im Falle eines erneuten russischen Angriffs.
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Möglichkeit einer EU-Beitrittsperspektive.
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200 Milliarden USD für den Wiederaufbau:
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100 Mrd. aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten
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100 Mrd. aus Europa
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Rückzug Russlands aus kleineren besetzten Gebieten in Charkiw und Sumy.
Doch: der Plan sieht Neuwahlen innerhalb von 100 Tagen vor – was vermutlich Selenskyjs Abwahl begünstigen würde, ein langjähriges Ziel des Kremls.
Reaktionen aus Moskau und Kiew
Putin: „Grundlage für ein Abkommen“
Er bestätigte, den Plan erhalten zu haben.
Gleichzeitig drohte er, Russland werde „weiter ukrainische Städte einnehmen“.
Selenskyj warnt sein Volk
Er spricht von einem der „schwierigsten Momente der Geschichte der Ukraine“ und kündigt eigene Vorschläge an.
Die Ukraine stehe vor der Wahl zwischen „den 28 Punkten und einem extrem harten Winter“.
Warum entsteht gerade jetzt Druck auf beide Seiten?
Ukraine:
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verliert Territorium im Osten
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steht unter militärischer und wirtschaftlicher Belastung
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Bevölkerungserschöpfung nach fast vier Jahren Krieg
Russland:
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wirtschaftlich angeschlagen
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neue US-Sanktionen auf Öl
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sinkende Einnahmen für Putins Kriegshaushalt
Beide Seiten fühlen den Druck – doch der vorgeschlagene Plan würde eindeutig Russland bevorzugen.










