Warum dieses unscheinbare Ereignis trotzdem grosse Bedeutung hat
Zu Beginn eines jeden Jahres erreicht die Erde einen besonderen Punkt auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne: das Perihel. Dabei handelt es sich um den Moment, in dem unser Planet der Sonne näher ist als zu jedem anderen Zeitpunkt des Jahres.
Im Jahr 2026 fällt das Perihel auf den 3. Januar um 12:15 Uhr EST (17:15 Uhr UTC). Dieses Ereignis tritt jedes Jahr wenige Tage nach der Wintersonnenwende auf, wobei sich der genaue Zeitpunkt aufgrund von Schaltjahren und der ungleichmässigen Erdbewegung leicht verschiebt.
Obwohl es paradox klingt – schliesslich ist auf der Nordhalbkugel Winter – hat das Perihel nichts mit der Entstehung der Jahreszeiten zu tun. Diese werden primär durch die 23,5 Grad Neigung der Erdachse verursacht und nicht durch den Abstand zur Sonne.
Was genau ist das Perihel?
Die Umlaufbahn der Erde ist kein perfekter Kreis, sondern eine leicht elliptische Bahn, bei der die Sonne nicht exakt im Zentrum liegt. Dadurch schwankt der Abstand zwischen Erde und Sonne im Jahresverlauf.
Im Perihel beträgt dieser Abstand rund 91,4 Millionen Meilen, während er im Aphel – dem sonnenfernsten Punkt im Juli – etwa 94,5 Millionen Meilen beträgt. Mit blossem Auge ist dieser Unterschied nicht wahrnehmbar.
Laut nationalgeographic.com ist das Perihel der Punkt, an dem die Gravitationswirkung der Sonne auf die Erde am stärksten ist, was sich direkt auf die Geschwindigkeit unseres Planeten auswirkt.
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Was verändert das Perihel – und was nicht?
Kein Auslöser für Jahreszeiten
Die zusätzliche Sonnennähe erhöht die Intensität der Sonneneinstrahlung lediglich um etwa sieben Prozent gegenüber dem Aphel. Das ist im Vergleich zu den Effekten der Achsneigung gering.
Einfluss auf die Dauer der Jahreszeiten
Durch die stärkere Gravitation bewegt sich die Erde im Perihel rund 3.200 km/h schneller als im Aphel. Das hat zur Folge, dass:
der Winter auf der Nordhalbkugel etwas kürzer ist
der Sommer auf der Südhalbkugel minimal länger dauert
Der Unterschied beträgt allerdings nur wenige Tage.
Langfristige Bedeutung für das Klima
Über Zeiträume von Zehntausenden von Jahren verändert sich die Form der Erdumlaufbahn leicht. Diese sogenannten Milankovitch-Zyklen beeinflussen zusammen mit der Achsneigung und der Präzession das globale Klima und gelten als eine der Ursachen für vergangene Eiszeiten.
Warum Wissenschaftler das Perihel genau beobachten
Auch wenn das Perihel keine direkten Wetterextreme auslöst, ist es für die Wissenschaft von grosser Bedeutung:
Asteroidenüberwachung: Die genaue Position der Erde ist entscheidend, um mögliche Einschläge zu berechnen
Raumfahrt: Satellitenbahnen und interplanetare Missionen müssen die variable Erdgeschwindigkeit berücksichtigen
Grundlagenforschung: Das Perihel hilft, die Dynamik des Sonnensystems besser zu verstehen










