Neue Asylpolitik sorgt für scharfe Kritik – auch aus der eigenen Partei
Premierminister Keir Starmer plant eine drastische Neuausrichtung der britischen Asylpolitik.
Ziel: Einwanderung begrenzen – mit Abschreckung.
Doch viele Beobachter sprechen von „inszenierter Grausamkeit“ und warnen vor gesellschaftlichen Folgen.
Was bedeutet „negatives Nation Branding“?
Der Ansatz: Das Leben für Asylsuchende soll bewusst unangenehm gemacht werden, um Migration abzuschrecken.
Vorbild ist Dänemark, wo ähnliche Massnahmen bereits umgesetzt wurden:
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Sozialleistungen für Asylbewerber wurden gekürzt
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Aufenthaltstitel nur befristet
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Familiennachzug stark eingeschränkt
Die Politikwissenschaftlerin Kristina Bakkaer Simonsen von der Universität Aarhus erklärt laut nytimes.com:
„Einwanderer fühlen sich abgelehnt, das Vertrauen in Demokratie sinkt – vor allem bei Muslimen und Menschen mit geringer Bildung.“
Was Grossbritannien nun plant
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20 Jahre bis zur Möglichkeit eines dauerhaften Aufenthalts (bisher: 5 Jahre)
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30 Monate befristeter Aufenthalt mit regelmässiger Überprüfung
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Bei Wegfall des Schutzgrundes: Abschiebung
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Umstrittener (und später abgeschwächter) Vorschlag: Beschlagnahmung von Schmuck zur Kostenbeteiligung
Kritik aus der eigenen Partei – und von Experten
Selbst innerhalb der Labour-Partei regt sich Widerstand:
„Ständige Unsicherheit ist kontraproduktiv für Integration und Wirtschaft“, sagte die Labour-Abgeordnete Stella Creasy.
Die Bewilligungsquote für Asylanträge sank bereits:
Von 76 % (2022) auf 48 % (1. Halbjahr 2024).
Der Migrationsforscher Sunder Katwala nennt den Vorschlag „symbolische Grausamkeit“ mit schmerzhaften historischen Assoziationen.
Was will Starmer mit dieser Politik erreichen?
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Reaktion auf steigende Asylanträge: +18 % im Jahr 2024
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40.000 Menschen überquerten 2024 bisher den Ärmelkanal
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Druck von rechts: Reform UK liegt in Umfragen vor Labour
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Politische Strategie: Kontrolle demonstrieren, um Wähler zurückzugewinnen
Doch Analysten warnen:
„Die Regierung riskiert, ihre Basis zu verlieren – ohne die Wähler der Rechten zu gewinnen“, so Prof. Robert Ford von der Universität Manchester.
Fazit: Abschreckung mit politischen Risiken
Grossbritannien will sich mit harter Asylpolitik profilieren – doch der Preis könnte hoch sein:
Vertrauensverlust, schlechte Integration, politische Spaltung.










