Ein unscheinbarer Moment mit grossen Folgen: Ein Tier wird ins Wasser gesetzt, eine Pflanze im Teich entsorgt.
Was gut gemeint wirkt, kann ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen.
Behörden schlagen Alarm – denn die Schäden für Natur und Infrastruktur sind massiv.
Wenn Aquarium und Natur kollidieren
In der Schweiz warnen mehrere Kantone gemeinsam vor dem Aussetzen von Aquarien- und Gartenteichlebewesen in die freie Natur, darunter auch der Kanton Glarus.
Der Grund: Viele dieser Arten werden invasiv und verdrängen einheimische Tiere und Pflanzen.
Problematische Beispiele aus der Praxis
- Schnellwachsende Wasserpflanzen wie das sogenannte Schmalrohr
- Nuttalls Wasserpest aus Nordamerika
- Ausgesetzte Tiere wie Goldfische oder Schildkröten
Unsichtbare Gefahr für ganze Ökosysteme
Was harmlos beginnt, kann sich rasant ausbreiten:
- invasive Pflanzen bilden dichte Teppiche in Seen
- einheimische Arten werden verdrängt
- Schifffahrt und Infrastruktur werden beeinträchtigt
Ein kleines Pflanzenstück reicht oft bereits aus, um eine neue Population zu starten.
Tiere als stille Zerstörer
Auch Tiere aus Aquarien können grossen Schaden anrichten:
- Goldfische fressen ganze Teiche leer
- Rotwangen-Schmuckschildkröten bedrohen Amphibien
- exotische Krebse übertragen Krankheiten wie die Krebspest
Diese Eingriffe verändern das ökologische Gleichgewicht dauerhaft.
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Warum das Problem oft unterschätzt wird
Viele Fälle entstehen aus gut gemeinter Absicht:
Urlaubszeit, Platzmangel oder Überforderung führen dazu, dass Tiere „in die Natur entlassen“ werden.
Doch genau das ist das Problem:
- Überlebenschancen in fremden Gewässern sind oft hoch
- invasive Arten breiten sich unkontrolliert aus
- Schäden sind meist irreversibel
Was wirklich erlaubt und sinnvoll ist
Die Behörden empfehlen klare Alternativen:
Vor der Anschaffung
- Pflegeaufwand realistisch einschätzen
- sichere Haltungssysteme planen
- keine Tiere aus dem Ausland einführen
Wenn Haltung nicht mehr möglich ist
- neue Besitzer im Umfeld suchen
- Auffangstationen kontaktieren
- Tierarztpraxen als letzte Anlaufstelle
Entsorgung richtig machen
- Pflanzen über Kehricht oder Kompostanlage
- Aquarienwasser nur über Abwasser entsorgen
- niemals in natürliche Gewässer kippen
Gemeinsame Kampagne in der ganzen Schweiz
An der Aufklärung beteiligen sich zahlreiche Kantone, darunter Bern, Zürich, Tessin, Luzern und viele weitere sowie das Fürstentum Liechtenstein.
Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und Natur langfristig zu schützen.






