Dramatische Begegnung auf hoher See
Ein Zwischenfall im Ärmelkanal sorgt für diplomatische Spannungen: Ein russisches Kriegsschiff feuerte Warnschüsse in Richtung einer britischen Jacht ab.
Während Moskau von einer gefährlichen Annäherung spricht, weisen die betroffenen Segler die Vorwürfe entschieden zurück.
Britisches Ehepaar schildert Vorfall
Jane und Alan Kelvey waren mit ihrer Jacht „Bright Future“ unterwegs, als sich der Vorfall ereignete.
Nach Angaben des Ehepaars ertönte zunächst mehrfach das Signalhorn des russischen Kriegsschiffs. Daraufhin hätten sie ihren Kurs sofort leicht geändert, um zu zeigen, dass sie das Kriegsschiff bemerkt hatten.
Kurze Zeit später seien mehrere Warnschüsse abgefeuert worden.
Segler nennen Schüsse „vollkommen unnötig“
Die Skipperin Jane Kelvey widersprach der russischen Darstellung deutlich.
Russland hatte erklärt, die Jacht habe auf Kontaktversuche nicht reagiert und sei weiterhin auf Kollisionskurs geblieben. Erst die Warnschüsse hätten eine Kursänderung bewirkt.
Laut GMX.ch bezeichnete das britische Ehepaar diese Version als falsch und betonte, die Kursänderung sei bereits vor den Schüssen erfolgt.
Die Segler gaben zudem an, rund 450 Meter vom Kriegsschiff entfernt gewesen zu sein.
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Russland spricht von Sicherheitsmassnahme
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums soll die britische Jacht eine gefährliche Annäherung fortgesetzt haben.
Demnach habe die Besatzung mehrfach versucht, Kontakt aufzunehmen. Als die Distanz auf etwa 150 Meter gesunken sei, seien Warnschüsse angeordnet worden.
Eine unabhängige Bestätigung beider Darstellungen liegt bislang nicht vor.
Spekulationen über politische Hintergründe
Der Vorfall ereignete sich südlich der Isle of Wight nahe britischer Gewässer.
Britische Medien diskutieren inzwischen mögliche Zusammenhänge mit dem Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte.
Diese Schiffe werden genutzt, um westliche Sanktionen gegen russische Ölexporte zu umgehen.
Die britische Regierung erklärte jedoch, derzeit gebe es keine Hinweise auf einen direkten Zusammenhang.
Was ist die russische Schattenflotte?
Zu der sogenannten Schattenflotte zählen hunderte Tanker, die unter verschiedenen Flaggen operieren.
Ihr Zweck:
- Transport russischen Öls trotz Sanktionen
- Umgehung westlicher Handelsbeschränkungen
- Nutzung komplexer Eigentümerstrukturen
- erschwerte Nachverfolgung von Lieferketten
Westliche Staaten beobachten diese Aktivitäten seit Jahren mit wachsender Sorge.






