Die Kantonspolizei Wallis hat im August drei schwere Geschwindigkeitsdelikte festgestellt beziehungsweise einen weiteren Raser ausfindig gemacht. Zudem wurden bei Schwerverkehrskontrollen in St-Maurice und Gondo drei Fahrzeuge mit manipulierten Abgasreinigungssystemen entdeckt. Die bisherigen Kontrollen führen die Zahl der seit Jahresbeginn festgestellten Raserdelikte im Wallis auf 29.
Bis zu 189 km/h statt erlaubter 100 km/h
Bereits am 7. Juni 2026 wurde ein Motorradfahrer auf der Nufenenpassstrasse bei Ulrichen mit 162 km/h gemessen. Erlaubt gewesen wären 80 km/h. Da der Lenker damals nicht unmittelbar angehalten werden konnte, leitete die Kantonspolizei Ermittlungen ein. Diese führten zur Identifizierung eines 33-jährigen italienischen Staatsangehörigen.
Am 8. August kurz nach 1.30 Uhr wurde ein 35-jähriger portugiesischer Automobilist auf der Autobahn A9 in den Galerien von Sitten mit 189 km/h erfasst. Auf diesem Abschnitt galt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.
Zwei Tage später, am 10. August kurz vor 14 Uhr, kontrollierte die interkommunale Polizei Crans-Montana einen 59-jährigen Schweizer Motorradfahrer. Er war auf einem Abschnitt mit erlaubten 50 km/h mit 105 km/h unterwegs.
Alle drei Lenker wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt sowie bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Bei Raserdelikten drohen gemäss den Angaben der Kantonspolizei Wallis eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren sowie ein Führerausweisentzug von mindestens zwei Jahren.
Damit steigt die Zahl der im Wallis seit Anfang 2026 festgestellten Raserdelikte auf insgesamt 29.
Drei Fahrzeuge mit manipulierten Abgassystemen
Zwischen Ende Juli und Ende August stellte die Kantonspolizei Wallis zudem drei Fälle fest, in denen Abgasreinigungssysteme von Fahrzeugen manipuliert worden waren. Die Kontrollen erfolgten in St-Maurice und Gondo.
Am 30. Juli kurz vor 15 Uhr kontrollierten Mitarbeitende des Schwerverkehrskompetenzzentrums in St-Maurice eine in Portugal immatrikulierte Fahrzeugkombination. Am Steuer sass ein 32-jähriger brasilianischer Staatsangehöriger. Bei der technischen Kontrolle wurden Manipulationen an den Steuergeräten des Motors und des Abgassystems festgestellt.
Am 11. August kurz nach 15.30 Uhr hielten die für die Überwachung des nationalen und internationalen Schwerverkehrs zuständigen Einsatzkräfte in Gondo einen in Polen immatrikulierten Lieferwagen an. Das Fahrzeug wurde von einem 56-jährigen polnischen Staatsangehörigen gelenkt. Die Kontrolle ergab, dass das Abgasreinigungssystem deaktiviert worden war.
Manipulationen ermöglichen Umgehung der Abgasreinigung
Der dritte Fall wurde am 26. August kurz nach 17.30 Uhr in St-Maurice festgestellt. Ein in Bosnien und Herzegowina immatrikulierter Lieferwagen mit Anhänger wurde zur Kontrollstelle geleitet. Am Steuer sass ein 44-jähriger bosnischer Staatsangehöriger. Auch bei diesem Fahrzeug entdeckten die Spezialisten Manipulationen an den elektronischen Systemen der Motor- und Abgassteuerung.
In allen drei Fällen hatten die Veränderungen nach Angaben der Polizei dasselbe Ziel: Die Fahrzeuge sollten weiterfahren können, obwohl die Abgasreinigungssysteme nicht mehr ordnungsgemäss funktionierten. Solche Manipulationen können unter anderem dazu führen, dass die vorgesehene Reduktion der Motorleistung umgangen wird, wenn das AdBlue-System nicht korrekt funktioniert oder der AdBlue-Tank leer ist.
Die betroffenen Lenker sowie die Verantwortlichen der jeweiligen Unternehmen wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt angezeigt. Die ausgesprochenen Sanktionen belaufen sich insgesamt auf nahezu 20’000 Franken.
Zusätzlich mussten die betroffenen Fahrzeuge wieder in einen vorschriftsgemässen Zustand versetzt werden, bevor sie ihre Fahrt fortsetzen durften.
Kantonspolizei setzt Kontrollen fort
Die Kantonspolizei Wallis will ihre gezielten Kontrollen im Schwerverkehr weiterführen. Neben der Verkehrssicherheit stehen dabei auch die Einhaltung der technischen Vorschriften und der Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen im Fokus.
Manipulationen an Abgasreinigungssystemen können die Umwelt belasten. Gleichzeitig verschaffen sich Unternehmen, die solche Systeme umgehen, gegenüber Transportunternehmen, die sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, einen unlauteren Vorteil.






