Myanmar steht vor einem umstrittenen Urnengang.
Mit der letzten Wahlrunde verdichten sich die Hinweise auf einen klaren Sieg der militärnahen Partei.
Kritiker sprechen von einer Abstimmung ohne echte Wahlfreiheit.
Finale Wahlrunde hat begonnen
In Myanmar hat die dritte und letzte Runde der einmonatigen Parlamentswahlen begonnen. Die Wahllokale öffneten am Morgen in zahlreichen Wahlkreisen im ganzen Land – nur wenige Tage vor dem fünften Jahrestag des Militärputsches.
Laut ANSA.it berichten internationale Beobachter, dass die militärnahe Partei Union Solidarity and Development Party (USDP) bereits in den ersten beiden Wahlrunden eine deutliche Mehrheit errungen hat.
Die Wahllokale öffneten unter anderem in Mandalay, der zweitgrössten Stadt des Landes, sowie im Stadtteil Hlaingthaya in Yangon, der vor fünf Jahren Schauplatz blutiger Niederschlagungen von Protesten war.
Militär verspricht Machtübergabe
Die Militärführung erklärt, die Wahl solle die Macht an das Volk zurückgeben. Tatsächlich findet die Abstimmung jedoch nicht in grossen Teilen des Landes statt, die von Rebellengruppen kontrolliert werden.
Demokratieaktivisten werfen der Junta vor, den Wahlprozess gezielt zu steuern.
Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
imTicker auf WhatsApp abonnieren
Opposition weitgehend ausgeschaltet
Kritik an fehlender Legitimität
Nach der politischen Ausschaltung von Aung San Suu Kyi und der Auflösung ihrer äusserst populären Partei sehen Kritiker keine fairen Wettbewerbsbedingungen:
Wahlbeteiligung in Konfliktregionen unmöglich
Vorwürfe manipulierte Stimmzettel
Militärnahe Kandidaten dominieren
Die USDP gewann nach offiziellen Angaben über 85 Prozent der Sitze im Unterhaus sowie rund zwei Drittel der Sitze im Oberhaus.
Verfassung sichert Militärmacht
Zusätzlich reserviert die vom Militär entworfene Verfassung ein Viertel der Parlamentssitze automatisch für die Streitkräfte. Das gemeinsame Parlament wählt den Präsidenten – Junta-Chef Min Aung Hlaing hat eine Amtsübernahme nicht ausgeschlossen.
Politische Analysten sprechen von einer Wahl, die vor allem dem Zweck diene, der Militärherrschaft einen zivilen Anstrich zu verleihen.
Ergebnisse in Kürze erwartet
Die offiziellen Endergebnisse sollen bis Ende der Woche veröffentlicht werden. Beobachter rechnen jedoch damit, dass die USDP bereits deutlich früher den Wahlsieg für sich beanspruchen könnte.










