Nach einem schweren Zwischenfall auf einem Air-India-Flug Anfang August ist der Kapitän entlassen worden. Ein vorläufiger Untersuchungsbericht der indischen Flugsicherheitsbehörde ergab einen positiven Test auf psychoaktive Substanzen. Während des Fluges wurden 24 Menschen verletzt, nachdem die Maschine zunächst an Höhe gewann und kurz darauf deutlich absank.
Der Airbus A320 war Anfang August mit 137 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern von der thailändischen Insel Phuket nach Neu Delhi unterwegs. Während des Fluges kam es zu einer Störung der Hydrauliksysteme, wodurch sich die Flugbewegung kurzfristig deutlich veränderte.
Die Maschine stieg zunächst um rund 113 Meter und verlor anschliessend etwa 89 Meter an Höhe. Dabei wurden 24 Menschen verletzt, bevor sich das Flugzeug wieder stabilisierte und den Flug fortsetzen konnte.
Das indische Zivilluftfahrtministerium stufte den Vorfall als «schwerwiegenden Zwischenfall» ein. Die Untersuchungen sollen nun klären, wie die technische Störung und die Situation an Bord zusammenhingen.
Ausfall von drei Hydrauliksystemen
Nach Angaben im vorläufigen Untersuchungsbericht registrierte das Flugsteuerungssystem über mehrere Sekunden einen Ausfall von drei Hydrauliksystemen. Die technische Störung hatte Auswirkungen auf die Steuerung des Flugzeugs.
Infolge des Hydraulikausfalls schaltete sich der Autopilot ab. Zusätzlich wurde für rund zwei Sekunden eine Warnung vor einem Strömungsabriss ausgelöst.
Anschliessend stabilisierten sich die betroffenen Systeme wieder und die Maschine kehrte zum normalen Flugbetrieb zurück. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss über die genaue Ursache und den Ablauf der technischen Störung geben.
Pilot positiv auf psychoaktive Substanzen getestet
Besonders brisant ist das Ergebnis der Untersuchung des Flugkapitäns. Der Pilot wurde positiv auf psychoaktive Substanzen getestet. Laut GMX bezeichnete der vorläufige Bericht den Nachweis als Anlass zu «ernsthafter Sorge».
Der Untersuchungsbericht stellt damit nicht nur die technische Störung, sondern auch die Einsatzfähigkeit des Piloten in den Mittelpunkt. Der Nachweis psychoaktiver Substanzen erfolgte im Rahmen der Untersuchung des Vorfalls.
Ein Sprecher von Air India bestätigte, dass der Pilot mit sofortiger Wirkung entlassen wurde. Damit reagierte die Fluggesellschaft unmittelbar auf die Ergebnisse der Untersuchung.
Air India verschärft Drogenkontrollen
Der Fall fällt in eine Zeit, in der Air India die Kontrollen ihrer Piloten verstärken will. Die Fluggesellschaft hatte bereits im vergangenen Monat eine obligatorische Drogenkontrolle für alle Piloten angekündigt.
Die Untersuchungen zu dem Flugzeugvorfall sind noch nicht abgeschlossen. Der bisher veröffentlichte Bericht ist vorläufig und soll mit weiteren Erkenntnissen ergänzt werden.
Neben dem positiven Drogentest bleibt insbesondere die technische Störung der Hydrauliksysteme ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung. Auch die genauen Umstände, unter denen die 24 Menschen verletzt wurden, sollen weiter geklärt werden.






