Tierschutzorganisationen werfen Marokko vor, vor der Fussball-WM 2030 systematisch Strassenhunde zu töten. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und verweist auf ein Programm mit Kastrationen und Impfungen. Unabhängig überprüfte Belege für alle Fälle liegen bislang nicht vor.
Im Vorfeld der Fussball-Weltmeisterschaft 2030 wächst die internationale Kritik am Umgang mit Strassenhunden in Marokko. Tierschützer berichten von zahlreichen getöteten Tieren in Städten wie Rabat, Fes, Marrakesch und Agadir.
Augenzeugen schildern Fälle, bei denen tote Hunde an Strassenrändern oder in Müllanlagen gefunden worden seien. Auch Videos und Fotos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, sollen solche Vorfälle dokumentieren. Eine unabhängige Überprüfung aller Aufnahmen und Berichte ist jedoch schwierig.
Tierschützer sprechen von systematischen Tötungen
Laut GMX berichten mehrere Tierschutzorganisationen von einer Zunahme der Fangaktionen seit der Vergabe der WM 2030 an Marokko. Die Internationale Allianz für Tierschutzorganisationen (IAWPC) spricht von einer Verschärfung der Situation, während die Organisation Peta von einem «massenhaften Abschlachten» spricht.
Andere Beobachter weisen darauf hin, dass der Umgang mit Strassentieren in Marokko bereits seit Jahren umstritten sei und nicht ausschliesslich mit der Fussball-Weltmeisterschaft zusammenhänge.
Die Zahl der Strassenhunde im Land wird von Tierschutzorganisationen auf mehrere Millionen geschätzt. Eine offizielle Statistik existiert jedoch nicht.
Regierung weist Zusammenhang mit WM zurück
Das marokkanische Innenministerium bestreitet eine gezielte Kampagne zur Tötung von Strassenhunden. Nach Angaben der Behörden läuft seit 2019 ein Programm, das auf Fang, Kastration, Impfung und anschliessende Rückführung der Tiere setzt.
Internationale Grossereignisse würden lediglich dazu beitragen, bestehende Programme schneller umzusetzen. Einen direkten Zusammenhang zwischen der WM 2030 und Tötungsaktionen weist die Regierung zurück.
Behörden argumentieren, dass Massnahmen gegen frei lebende Hunde auch dem Schutz der Bevölkerung dienen. Dabei geht es unter anderem um mögliche Gefahren durch Bisse, Krankheiten und Parasiten.
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FIFA prüft Einhaltung von Tierschutz-Zusagen
Die FIFA erklärte, dass der Schutz von Tieren Bestandteil der Verpflichtungen im Rahmen der WM-Bewerbung sei. Der Weltfussballverband prüfe gemeinsam mit dem marokkanischen Fussballverband FRMF und Tierschutzorganisationen, ob diese Zusagen eingehalten werden.
Bereits bei früheren Weltmeisterschaften gab es ähnliche Vorwürfe. Vor den Turnieren 2014 in Brasilien und 2018 in Russland berichteten Tierschützer ebenfalls über mutmassliche Massnahmen gegen Strassenhunde in Gastgeberstädten.
Kritik an Vorbereitungen für das Turnier
Besonders im Fokus steht die Stadt Ifrane nahe Fes, die als möglicher Austragungsort von WM-Spielen gilt. Lokale Vertreter erklärten, dass Strassenhunde im Rahmen der Vorbereitungen eingesammelt und behandelt würden.
Recherchen verschiedener Medien werfen jedoch Fragen auf. Demnach sollen Behörden in einzelnen Regionen unter anderem Munition bestellt haben, die gegen Strassenhunde eingesetzt worden sein könnte. Auch Berichte über getötete Tiere vor dem Africa Cup of Nations in Marokko sorgten für Kritik.
Neues Gesetz soll Schutz verbessern
Marokko arbeitet zudem an strengeren Regeln zum Schutz von Tieren. Ein neues Gesetz sieht Strafen für vorsätzliches Töten oder Misshandeln von Tieren vor.
Tierschützer kritisieren jedoch, dass gleichzeitig auch Personen mit Geldstrafen rechnen könnten, die Strassentiere füttern oder behandeln. Der Streit über den richtigen Umgang mit den Tieren dürfte im Vorfeld der WM 2030 weitergehen.






