Die Zürcher Traditionsbank Vontobel verlegt ihren Hauptsitz nach Baar im Kanton Zug. Ab 2030 sollen rund 1500 Mitarbeitende auf einem neuen Campus arbeiten. Der bisherige Standort am Bleicherweg in Zürich bleibt bestehen und wird zu einer modernen Kundenfiliale umgebaut.
Die 1924 in Zürich gegründete Bank beendet damit ihre mehr als 100-jährige Geschichte am bisherigen Hauptsitz. Vontobel hat für den neuen Standort in Baar einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen.
Die rund 1500 betroffenen Mitarbeitenden arbeiten derzeit verteilt auf sieben Standorte in Zürich. Künftig sollen sie am neuen Campus in Baar zusammengeführt werden. In Zürich bleibt der Standort am Bleicherweg erhalten. Dort sollen künftig rund 300 Mitarbeitende tätig sein.
Neuer Campus soll Wachstum ermöglichen
Vontobel begründet den Umzug mit zusätzlichen Möglichkeiten für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Der neue Campus soll eine moderne und vernetzte Arbeitsumgebung schaffen und den Austausch zwischen den Mitarbeitenden erleichtern.
Nach Angaben der Bank bietet der neue Standort zudem mehr Raum und Flexibilität. Baar liegt in einer Wirtschaftsregion, in der zahlreiche Unternehmen aus dem Finanz- und Investmentbereich angesiedelt sind.
Auch die Verkehrsanbindung nennt Vontobel als Vorteil des neuen Standorts. Zudem biete das Areal langfristig weiteres Entwicklungspotenzial.
Die Bevölkerung von Baar hat den entsprechenden Bebauungsplan für den Campus bereits genehmigt. Mit dem Bau soll in wenigen Monaten begonnen werden. Die Fertigstellung und der Bezug durch Vontobel sind für 2030 vorgesehen.
Baar lockt mit deutlich tieferer Steuerbelastung
Neben den von Vontobel genannten Gründen bietet Baar für Unternehmen einen weiteren wichtigen Vorteil: Die Gemeinde im Kanton Zug gehört zu den steuergünstigsten Standorten der Schweiz.
Im Gemeinderanking der «Bilanz» für 2026 liegt Baar bei der Steuerbelastung auf Platz 1 von 966 untersuchten Gemeinden. Zürich rangiert dagegen auf Platz 243.
Baar ist bereits Sitz mehrerer grosser Unternehmen. Dazu gehören unter anderem der Vermögensverwalter Partners Group und der Rohstoffkonzern Glencore.
Vontobel erwähnt die unterschiedlichen Steuerbedingungen zwischen Zürich und Baar in seiner Mitteilung zum Umzug nicht. Für die Standortwahl spielen neben der Steuerbelastung allerdings auch Faktoren wie verfügbare Büroflächen, Infrastruktur, Arbeitsmarkt und die Nähe zu anderen Unternehmen eine Rolle.
Zürich verliert weitere Unternehmen
Der Wegzug von Vontobel reiht sich in eine Entwicklung ein, bei der Unternehmen ihre Standorte ausserhalb der Stadt Zürich suchen. Der Kanton Zürich verzeichnete im vergangenen Jahr gemäss den vorliegenden Angaben den grössten Nettoabgang von Unternehmen aller Kantone.
Für die Stadt Zürich bleibt der Entscheid von Vontobel dennoch bedeutsam. Die Bank wurde vor mehr als einem Jahrhundert in der Limmatstadt gegründet und hat dort einen grossen Teil ihrer Unternehmensgeschichte verbracht.
Mit dem Verbleib des Standorts am Bleicherweg bleibt Vontobel allerdings weiterhin in Zürich präsent. Rund 300 Mitarbeitende sollen dort künftig in einer modernisierten Kundenfiliale arbeiten.
Der neue Hauptsitz in Baar soll ab 2030 zum zentralen Arbeitsort für rund 1500 Vontobel-Mitarbeitende werden.






