Hohe Temperaturen sind nicht nur für Menschen belastend. Auch Hunde, Katzen und Wildtiere leiden unter der Sommerhitze – einige Gefahren werden dabei oft unterschätzt.
Von Hitzschlag bis zu giftigen Blaualgen: Mit wenigen Vorsichtsmassnahmen können Tierhalter viel Leid verhindern.
Warum der Sommer für Tiere gefährlich werden kann
Die heissen Tage der vergangenen Wochen setzen vielen Tieren zu.
Besonders gefährlich sind Situationen, die auf den ersten Blick harmlos wirken:
- ein Spaziergang bei grosser Hitze,
- ein Bad im See,
- ein kurzer Aufenthalt im Auto,
- ein offener Swimmingpool,
- liegen gelassene Essensreste in der Natur.
VIER PFOTEN Schweiz zeigt fünf häufig unterschätzte Sommergefahren und erklärt, wie Tiere besser geschützt werden können.
1. Hunde überschätzen sich bei Hitze
Viele Hunde passen ihr Verhalten nicht automatisch an hohe Temperaturen an.
Sie laufen, spielen oder wandern weiter, obwohl ihr Körper bereits überlastet ist. Besonders gefährdet sind:
- kurzschnäuzige Rassen wie Möpse oder Bulldoggen,
- Welpen,
- ältere Tiere,
- übergewichtige Hunde,
- Tiere mit Herz- oder Atemwegserkrankungen.
Auch im Ruhezustand kann direkte Sonneneinstrahlung gefährlich werden.
Warnzeichen für einen Hitzschlag:
- starkes Hecheln,
- übermässiger Speichelfluss,
- Orientierungslosigkeit,
- Schwäche oder Zusammenbrechen.
Ein Hitzschlag ist ein tiermedizinischer Notfall.
Tipps von VIER PFOTEN:
- Spaziergänge in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen.
- Immer ausreichend Wasser mitnehmen.
- Regelmässige Pausen einlegen.
- Anstrengende Aktivitäten bei grosser Hitze vermeiden.
2. Heisser Asphalt kann Pfoten verbrennen
Strassenbeläge wie Asphalt, Pflastersteine oder Sand können sich extrem aufheizen.
Die empfindlichen Pfoten von Hunden können bereits nach wenigen Minuten schmerzhafte Verbrennungen erleiden.
Eine einfache Regel:
Wenn der Boden für die eigene Hand nach wenigen Sekunden unangenehm heiss ist, ist er auch für Hundepfoten zu heiss.
Besser geeignet sind:
- schattige Wege,
- Naturboden,
- Spaziergänge in kühleren Tageszeiten.
Auf Joggingrunden oder das Mitlaufen neben dem Fahrrad sollte bei grosser Hitze verzichtet werden.
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3. Gefahr durch Blaualgen in Seen und Weihern
Bei warmem Wetter können sich Blaualgen (Cyanobakterien) stark vermehren.
Einige Arten produzieren Giftstoffe, die für Hunde gefährlich sein können.
Mögliche Symptome einer Vergiftung:
- Erbrechen,
- Durchfall,
- neurologische Beschwerden,
- Leberschäden.
Besonders kleine Hunde sind gefährdet, da sie weniger Körpergewicht haben.
Empfehlung:
Vor dem Baden sollte die Wasserqualität geprüft werden. Warnhinweise an Gewässern sollten immer ernst genommen werden.
4. Swimmingpools können zur Falle werden
Ein Pool bietet im Sommer Abkühlung – für Tiere kann er jedoch lebensgefährlich sein.
Nach einem Sturz ins Wasser finden viele Tiere keinen Weg zurück an Land.
Gefährdet sind unter anderem:
- Hunde,
- Katzen,
- Igel,
- Frösche,
- Eichhörnchen,
- Vögel.
Schutzmassnahmen:
- Pools einzäunen.
- Rampen oder Ausstiegshilfen installieren.
- Sicherheitsabdeckungen verwenden.
- Fluchtrampen für kleine Wildtiere anbringen.
- Rettungshilfen bereithalten.
5. Grillieren und Abfälle gefährden Wildtiere
Auch ausserhalb von Grillstellen können zurückgelassene Essensreste für Wildtiere gefährlich werden.
Tiere werden durch Gerüche angelockt und können:
- verdorbene Lebensmittel fressen,
- Verpackungen verschlucken,
- sich an Abfällen verletzen.
Zusätzlich stellen nicht erlaubte Feuerstellen bei Trockenheit eine Gefahr für Tierlebensräume dar.
Tierfreundliches Verhalten in der Natur:
- Feuerverbote beachten.
- Essensreste und Abfälle sofort entsorgen.
- Picknickplätze sauber hinterlassen.
- Lärm und starke Beleuchtung reduzieren.
Tiere niemals im Auto zurücklassen
Eine besonders grosse Gefahr bleibt das abgestellte Fahrzeug.
Auch kurze Aufenthalte in einem Auto können für Tiere lebensgefährlich werden, da sich der Innenraum innerhalb kurzer Zeit stark aufheizt.
Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heimtiere, sogenannte Nutztiere und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in 13 Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.






