Neue Aufnahmen befeuern Debatte um Polizeigewalt in den USA
Der tödliche Einsatz eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis sorgt weiter für Entsetzen. Nachdem ein ICE-Beamter in dieser Woche eine 37-jährige Frau in ihrem Auto erschoss, ist nun ein neues Video aufgetaucht, das die Situation aus der Perspektive des Schützen zeigen soll. Der Vorfall hat landesweit Proteste und eine hitzige Debatte über Polizeigewalt ausgelöst.
Video zeigt letzte Sekunden vor den Schüssen
Das rund 47 Sekunden lange Hochformat-Video wurde am Freitag von der Webseite Alpha News veröffentlicht und später auch vom Heimatschutzministerium sowie von US-Vizepräsident JD Vance weiterverbreitet. Aus den Begleitangaben geht hervor, dass die Aufnahme vom ICE-Beamten selbst stammt, der später die tödlichen Schüsse abgab.
Zu Beginn des Clips hört man das Öffnen einer Autotür. Im Hintergrund sind Sirenen, Hupen, Motorengeräusche und Stimmen zu hören. Aus Sicht des Beamten ist zu sehen, wie er um einen mitten auf der Strasse stehenden Honda herumgeht, in dem die Frau sitzt.
Die 37-Jährige blickt zunächst aus dem Fahrerfenster in die entgegengesetzte Richtung. Als der Beamte näherkommt, hält sie ihren linken Arm aus dem Fenster und sagt ruhig:
„It’s fine, dude. I’m not mad.“ – auf Deutsch: „Ist schon gut, Mann. Ich bin nicht sauer.“
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Wortwechsel und angespannte Situation
Während der Beamte weiter um das Fahrzeug geht, spiegelt sich sein Handy im Lack des Autos, sein Gesicht ist teilweise verdeckt. Eine zweite Frau, die später als Partnerin des Opfers identifiziert wurde, fordert ihn auf, sein Gesicht zu zeigen. Sie kommentiert das Nummernschild und betont, man würde dieses nicht ständig wechseln.
Die Situation bleibt angespannt. Im Hintergrund nähert sich ein weiterer Beamter der Fahrerseite. Eine Männerstimme ruft:
„Raus aus dem Auto. Komm raus aus dem verdammten Auto.“
Als das Fahrzeug zunächst langsam zurücksetzt und dann in den Vorwärtsgang wechselt, eskaliert die Lage.
Schüsse fallen beim Anfahren
Als der Honda nach vorne fährt, ist plötzlich ein lauter Schrei zu hören, gefolgt von mehreren Knallgeräuschen. Die Kamera reisst in den Himmel, dann wieder zurück auf die Strasse. Das Auto entfernt sich von der Szene, kurz darauf ist ein Aufprall zu hören.
Auf dem Video ist nicht eindeutig zu erkennen, wo genau der Beamte stand und ob das Fahrzeug ihn berührte.
Regierung spricht von Selbstverteidigung
Das Heimatschutzministerium und Vizepräsident JD Vance werten das Video als Beleg dafür, dass der Beamte aus Notwehr gehandelt habe. Kritiker widersprechen dieser Darstellung.
Die New York Times, die mehrere Aufnahmen des Vorfalls ausgewertet hat, kommt zu einem anderen Schluss: Demnach sei der Beamte auf anderen Videos links neben dem Fahrzeug zu sehen, während das Auto nach rechts – also von ihm weg – fährt, als die Schüsse fallen. Zudem zeigen weitere Aufnahmen, dass der Beamte minutenlang unverletzt umhergeht.
Laut gmx.net heizen diese widersprüchlichen Darstellungen die landesweite Debatte weiter an.










