Ich sass in einem buddhistischen Tempel in Tokio – kein Wort verstand ich.
Dann flüsterte mir ein Ohrhörer plötzlich ins Ohr, was der Priester sagte.
Apples AirPods Live-Übersetzung – ein Spielveränderer für Reisende?
Von Taiko-Trommeln zur Technik: Mein Selbstversuch in Japan
Ich spreche kein Japanisch. Kein bisschen.
Deshalb testete ich während meiner Reise nach Tokio Apples neue Live-Übersetzungsfunktion für AirPods – vom Tempel über Izakayas bis zum Sushi-Kochkurs. Mein Ziel: ohne Sprachkenntnisse mit Menschen in Kontakt treten.
Schon bei einer spirituellen Feuerzeremonie im Tempel überraschte mich die Technologie. Der Priester sprach, und ich verstand: Mitgefühl, Gier ablegen, Spenden für Tsunami-Opfer. Als ich die Sätze meiner Reiseleiterin wiederholte, war sie verblüfft:
„Sie sagten mir, Sie sprechen kein Japanisch.“
So funktioniert Apples Live-Übersetzung
Apple hatte die Funktion kurz vor meiner Reise eingeführt. Unterstützt werden:
Japanisch
Chinesisch
Französisch
Deutsch
Italienisch
Koreanisch
Spanisch
Portugiesisch
Mit einem AirPod im Ohr und der Übersetzungs-App auf dem iPhone erlebte ich erstmals ein wirklich unauffälliges Dolmetscher-Tool. Ich druckte zusätzlich kleine Karten auf Japanisch, um zu erklären, dass ich eine neue Übersetzungstechnologie teste – um Missverständnisse zu vermeiden.
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Was gut funktionierte – und was nicht
Besonders effektiv war die Technik bei:
Einzelgesprächen in ruhiger Umgebung
Museumsführungen, Tempelzeremonien
Sushi-Kursen & Marktbesuchen
spontanen Begegnungen in Bars & Parks
Mein Guide Sota Nakamura, selbst Sushi-Koch, bestätigte: Die Übersetzung war oft erstaunlich korrekt – wenn auch nicht fehlerfrei bei Fachbegriffen und Pronomen.
Schwächen gab es bei:
lauten Orten (Bahnhöfe, Ramen-Festivals)
schnell sprechenden Gesprächspartnern
Gruppenunterhaltungen mit mehreren Stimmen
Gesprächen, bei denen ich aktiver sprechen musste
Oft war das Zuhören einfacher als das Antworten. Die App zeigte meine englischen Sätze auf Japanisch – entweder auf dem Display oder via Lautsprecher.
Zwischenmenschlich überraschend stark
In der Hörbar Martha in Ebisu sprach ich per App mit einem Mann neben mir. Als er erfuhr, dass ich früher eine Bar in der Nähe des Yellowstone-Nationalparks betrieben hatte, grinste er breit.
Er drückte mir seine Karte in die Hand: Masato Nagumo, ein Barbesitzer in Gründung.
Zwei Tage später sass ich in seinem neuen Lokal „Hi Ikejiri“ in Meguro – wieder mit AirPod im Ohr, während Jazzmusik lief.
Ohne diese Technologie hätte ich diese Begegnung nie gemacht.
Sprachbarrieren? Nur noch optional
Apples AirPods-Übersetzung ist kein perfekter Dolmetscher – aber ein kraftvolles Brückenwerkzeug. Besonders für Alleinreisende oder Technikaffine kann sie das Reiseerlebnis tiefgreifend verändern.
Natürlich ersetzt sie kein echtes Sprachlernen. Aber sie eröffnet neue Zugänge zur Kultur – live, direkt und nah am Menschen.










