Die Zahlen klingen beeindruckend – doch sie sind umstritten.
In Venezuela sorgt die angekündigte Freilassung hunderter Gefangener für internationale Diskussionen. Nun soll die UNO Klarheit schaffen.
Regierung fordert offizielle UN-Überprüfung
Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat angekündigt, den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, offiziell um eine Überprüfung der Listen freigelassener Gefangener zu bitten.
„Ich werde über sein Büro die Überprüfung der Listen der in Venezuela Freigelassenen beantragen“, erklärte Rodríguez am Freitag, 23. Januar, in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Ansprache. Hintergrund sind unterschiedliche Angaben zur tatsächlichen Zahl der Freilassungen, wie ansa.it berichtet.
Caracas meldet mehr als 600 Freilassungen
Die venezolanische Regierung hatte bereits am 8. Januar – vertreten durch Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, den Bruder der Interimspräsidentin – die Freilassung einer grossen Zahl politischer Gefangener bekannt gegeben.
Nach offiziellen Angaben seien bislang über 600 Personen freigelassen worden, darunter auch Häftlinge, die bereits im Dezember entlassen wurden. Die Regierung wertet dies als Zeichen politischer Öffnung und Dialogbereitschaft.
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NGOs widersprechen offiziellen Zahlen
Mehrere Menschenrechtsorganisationen stellen diese Angaben jedoch infrage. Besonders deutlich äusserten sich:
Amnesty International
die Venezolanische Gefängnisbeobachtungsstelle (OVP)
Die OVP erklärte auf ihrem offiziellen X-Account, es seien auch Personen freigelassen worden, „deren Fälle der Öffentlichkeit zuvor nicht bekannt waren“. Zudem führt die Organisation eine eigene Zählung dokumentierter Freilassungen.
Deutlich niedrigere Schätzungen
Nach Angaben der OVP liegt die Zahl der belegten Freilassungen bei 171 Personen. Andere unabhängige Stellen kommen zu ähnlichen Ergebnissen:
Foro Penal: 154 Freilassungen
Oppositionsplattform POD: 170 Freilassungen
Diese Zahlen beziehen sich ausschliesslich auf politische Gefangene seit dem 8. Januar.










