Der Vater des 17-jährigen Cole Worthy, der im August bei einem schweren Unfall auf der A66 bei Middlesbrough ums Leben kam, steht nach einem Vorfall bei der Trauerfeier seines Sohnes vor Gericht. Gye Worthy soll den Trauerredner angegriffen und später Widerstand gegen die zu seiner Festnahme gerufenen Polizeibeamten geleistet haben.
Streit während der Trauerfeier
Der Vorfall ereignete sich am 9. September in der St Bede’s Chapel des Krematoriums in Acklam, Middlesbrough. Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie geriet der 40-jährige Worthy in Wut, weil der Trauerredner Paul Maull seinen Namen während der Ansprache nicht frühzeitig erwähnt haben soll.
Worthy soll Maull daraufhin beleidigt und körperlich angegriffen haben. Nach den Angaben zum Verfahren zog er den 46-Jährigen an der Kleidung und drohte ihm mit Gewalt.
Mitarbeiter des Krematoriums riefen anschliessend die Polizei. Worthy soll sich auch gegen seine Festnahme gewehrt haben.
Der Trauerredner wurde bei dem Vorfall nicht schwer verletzt. Gegenüber Medien wollte er sich nicht weiter zu dem Geschehen äussern.
Drei Schuldeingeständnisse
Worthy erschien bereits am 26. September zu einer ausserplanmässigen Anhörung vor dem Teesside Magistrates‘ Court. Dabei bekannte er sich in drei Anklagepunkten schuldig.
Die Vorwürfe umfassen einen tätlichen Angriff, bedrohliches oder beleidigendes Verhalten sowie Widerstand gegen die Polizei. Das Gericht setzte die weitere Verhandlung für den 2. Oktober an; die Urteilsverkündung wurde für den 27. Oktober angesetzt.
Damit droht Worthy eine Freiheitsstrafe. Welche Strafe das Gericht letztlich verhängt, wird erst bei der Urteilsverkündung entschieden.
Sohn starb bei schwerem A66-Unfall
Cole Robert Worthy war eines von fünf Mitgliedern eines VW Passat, die am frühen Morgen des 22. August bei einem schweren Unfall auf der A66 bei South Bank ums Leben kamen. Neben dem 17-Jährigen starben Theo Rae, ebenfalls 17, Makai Saddington, 18, sowie Michael Robert Cahill und Jakub Matusiak, beide 23.
Ebenfalls ums Leben kamen die beiden Cleveland-Polizisten PC Matthew Blades, 37, und PC Tom Clough, 38. Ihr Polizeifahrzeug kollidierte mit dem Passat, der zu diesem Zeitpunkt auf der A66 in falscher Fahrtrichtung unterwegs war.
Nach bisherigen Angaben der Polizei war dem Unfall eine Verfolgung des VW vorausgegangen. Die Cleveland Police erklärte, die fünf Insassen hätten Verbindungen zu schwerer und organisierter Kriminalität gehabt. Diese Angaben beziehen sich auf die Ermittlungen der Polizei und sind nicht mit einer gerichtlichen Feststellung über jede einzelne Person gleichzusetzen.
Ermittlungen zur Unfallursache laufen weiter
Auch die genaue Entstehung des tödlichen Zusammenstosses wird weiterhin untersucht. Das Independent Office for Police Conduct (IOPC) teilte inzwischen mit, dass es keine Hinweise auf einen direkten Kontakt zwischen dem Polizeifahrzeug und dem Passat gebe.
Nach den bisherigen Erkenntnissen begann die polizeiliche Verfolgung um 3.33 Uhr. Rund sechs Minuten später fuhr der Passat auf der A66 entgegen der Fahrtrichtung. Das verfolgende Polizeifahrzeug folgte ihm nicht auf der falschen Fahrbahn; etwa 17 Sekunden später kam es zur Kollision mit einem anderen Polizeifahrzeug. Auch der Einsatz einer Nagelsperre wurde laut IOPC nicht festgestellt.
Die unabhängige Polizeiaufsicht betont zugleich, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist. Unter anderem sollen eine Rekonstruktion des Unfalls und die polizeilichen Vorgehensweisen bei Verfolgungsfahrten untersucht werden.
Trauer um den 17-Jährigen
Die Trauerfeier für Cole wurde von zahlreichen Angehörigen und Freunden besucht. Seine Mutter Natalie McConnell soll von dem Zwischenfall während der Zeremonie tief betroffen gewesen sein.
Eine Freundin der Familie bedankte sich nach der Beerdigung in den sozialen Medien bei den Menschen, die an der Trauerfeier teilgenommen hatten. Sie erinnerte dabei an Cole und daran, wie viele Menschen ihm nahestanden.
Der Fall um seinen Vater steht unabhängig von den laufenden Ermittlungen zum tödlichen A66-Unfall. Die weiteren Untersuchungen zum Unfall und zu den Umständen der sieben Todesfälle dauern an.






