Ein möglicher Durchbruch im Ukrainekrieg?
Die USA und die Ukraine melden Fortschritte – doch gleichzeitig bleiben die heikelsten Punkte im Unklaren.
Warum der Weg zu einem Waffenstillstand dennoch weiter schwierig bleibt.
Neue Dynamik in Genf – aber keine endgültige Einigung
Ukrainische und amerikanische Vertreter setzten am Montag die Gespräche über einen von den USA unterstützten Friedensvorschlag fort. Beide Seiten bezeichneten die Treffen am Wochenende als „sehr produktiv“ und betonten, man arbeite an einem überarbeiteten Plan zur Beendigung des Krieges.
Laut nytimes.com zielten die Gespräche darauf ab, Kritikpunkte auszuräumen – insbesondere aus der Ukraine und Europa –, wonach der ursprüngliche Entwurf zu nachgiebig gegenüber Moskau sei.
Dieser erste Vorschlag enthielt unter anderem:
-
mögliche Gebietsabtretungen,
-
eine Reduzierung des ukrainischen Militärs,
-
sowie einen Verzicht auf einen NATO-Beitritt.
Druck aus Washington – und neue Forderungen aus Kiew
US-Präsident Donald Trump drängt die Ukraine, bis Donnerstag einem Friedensrahmen zuzustimmen.
Gleichzeitig deutete er an, dass die Verhandlungen weiterlaufen könnten, sofern Fortschritte erzielt werden.
In einer gemeinsamen Erklärung nannten das Weisse Haus und das ukrainische Präsidialamt die Genfer Treffen „sehr produktiv“ und sprachen von „bedeutenden Fortschritten“ bei der Annäherung der Positionen.
Die Ukraine betont jedoch rote Linien:
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Montag, Kiew habe es geschafft, „äusserst sensible Punkte auf dem Tisch zu halten“ – darunter:
-
die Freilassung aller ukrainischen Kriegsgefangenen,
-
die Rückkehr verschleppter ukrainischer Kinder,
-
und die Wahrung der Souveränität des Landes.
Europa bleibt skeptisch
Mindestens ein europäischer Spitzenpolitiker sieht trotz Fortschritten noch grosse Differenzen.
-
Finnlands Präsident Alexander Stubb nannte die Gespräche einen „Schritt nach vorn“, betonte jedoch offene Fragen.
-
Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul erklärte, der Plan sei angepasst worden, sodass Punkte zu NATO und europäischer Sicherheit gestrichen wurden, um Bedenken auszuräumen.
„Jetzt müssen wir sicherstellen, dass die Souveränität der Ukraine gewahrt bleibt“, sagte Wadephul.
USA zeigen Optimismus – Russland schweigt
US-Aussenminister Marco Rubio meinte am Sonntag, keine der offenen Fragen sei „unüberwindbar“. Er zeigte sich optimistisch, dass bald eine Einigung vorliege – räumte aber ein, dass Russland zustimmen müsse.
Der Kreml reagierte zurückhaltend:
-
Man habe keine offiziellen Informationen aus Genf.
-
Russland sei „offen für Kontakte“, habe jedoch „keine Details“ erhalten.
-
Gespräche mit US-Vertretern seien diese Woche nicht geplant.
Europa und Afrika beraten ebenfalls
Beim Gipfel zwischen der EU und der Afrikanischen Union in Angola führte die EU ein eigenes Treffen zu den Friedensgesprächen durch.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, Genf habe „eine solide Grundlage für das weitere Vorgehen“ geschaffen, aber es seien noch „weitere Arbeiten“ nötig.
Ein wesentlicher Punkt aus Europas Sicht bleibt unverändert:
„Nur die Ukraine als souveränes Land kann Entscheidungen über ihre Streitkräfte treffen.“
– Ursula von der Leyen










