Ein mutmasslich venezolanischer Schattentanker wird von den USA in internationalen Gewässern aufgebracht.
Die Antwort aus Moskau: Eskortierung durch Kriegsschiffe und ein U-Boot.
Ein Vorfall, der das geopolitische Gleichgewicht zwischen Washington, Caracas, Moskau und Peking gefährlich ins Wanken bringt.
Wie alles begann – Verfolgung in der Karibik
Zwei Wochen lang verfolgten US-Streitkräfte ein verdächtiges Schiff mit dem Namen „Bella 1“, später umbenannt in „Marinera“. Es sollte laut ersten Erkenntnissen iranisches oder venezolanisches Rohöl transportieren. Die Reise begann in der Karibik und endete mit einem dramatischen Zugriff im Nordatlantik.
Das Schiff war zunächst unter guyanischer Flagge registriert, später änderte es diese auf russisch, offenbar um der Festsetzung zu entgehen. Die US-Behörden sahen darin den Versuch, sich internationalen Sanktionen zu entziehen.
Der Zugriff der USA – mit britischer Hilfe
Am Ende wurde der Tanker von der US-Küstenwache und Spezialeinheiten geentert. Unterstützt wurde der Einsatz von der Royal Air Force, die laut Verteidigungsminister John Healey Luftaufklärung und Logistik bereitstellte.
Wie ANSA.it berichtet, wurde das Schiff per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt – wegen mutmasslicher Verstösse gegen US-Sanktionen im Zusammenhang mit Venezuela.
Russland reagiert – mit Eskalation auf See
Nur Stunden nach der Beschlagnahmung erklärte das russische Verkehrsministerium, die Marinera sei rechtmässig unter russischer Flagge gefahren. Die Regierung in Moskau sprach von einem „illegalen Akt auf hoher See“ und einem Bruch des UN-Seerechtsübereinkommens.
Zur Abschreckung entsandte Russland ein U-Boot und mehrere Kriegsschiffe, um das Vorgehen zu kontern. Der Staatssender RT veröffentlichte sogar ein Bild eines Hubschraubers über der Marinera, aufgenommen kurz vor der Enternung.
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Zwischenfall mit China – ein Risiko für das Gleichgewicht
Auch China könnte involviert sein. Als grösster Abnehmer venezolanischen Öls betrachtet Peking die US-Massnahmen als Störung bestehender Handelsrouten.
Zwar erklärte das Weisse Haus, man wolle keine direkte Konfrontation mit Peking oder Moskau. Dennoch betonte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass die „illegale Blockade venezolanischen Öls“ weiterhin international aktiv sei.
Ein zweiter Tanker – und die Schattenflotte
Neben der Marinera wurde auch ein weiterer Tanker, die „Sophia“, beschlagnahmt – ebenfalls mit mutmasslichen Verbindungen zu Venezuela. Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bestätigte dies öffentlich. Beide Schiffe seien Teil einer „Geisterflotte“, die unter wechselnden Flaggen weltweit Öl aus Russland, dem Iran und Caracas transportiere.
Die „Marinera“ war laut Aussagen jedoch leer, wie Senator Marco Rubio nach einer Anhörung bestätigte. Die venezolanische Übergangsregierung habe Kooperationsbereitschaft signalisiert, wolle aber über die Ladung der Schiffe mitentscheiden.
Maduro verhaftet – und nun?
Nur wenige Tage zuvor wurde Venezuelas Präsident Nicolás Maduro festgenommen. Seither überschlagen sich die diplomatischen Ereignisse.
Ein neuer Übergangsplan, bestehend aus den Phasen Stabilisierung, Wiederaufbau und Übergang, wurde laut US-Aussenministerium bereits mit Senatoren abgestimmt.
Allerdings betonte ein Sprecher des Weissen Hauses, dass „die Entscheidungen der Übergangsregierung derzeit vollständig durch die USA gesteuert“ würden. Auf die Frage nach Trumps Position hiess es nur: „Es ist noch zu früh.“
Öl, Flaggen und Macht – ein gefährliches Spiel auf hoher See
Die Marinera-Affäre zeigt, wie eng Öl, internationale Sanktionen und geopolitische Machtspiele miteinander verflochten sind.
Ein beschlagnahmter Tanker könnte ausreichen, um Spannungen zwischen Washington, Moskau und Peking auf ein neues Niveau zu heben.










