Die USA könnten bereits 2038 erneut eine Fussball-Weltmeisterschaft ausrichten. Zwar wurde das Turnier noch nicht vergeben und es gibt keine offizielle Bewerbung, doch die aktuelle FIFA-Regelung sowie die vorhandene Infrastruktur könnten den Weg für eine weitere US-WM ebnen.
FIFA-Regeln könnten den USA Vorteile verschaffen
Die Fussball-Weltmeisterschaft könnte schneller als erwartet in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Nach der WM 2026, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, richtet sich der Blick bereits auf das Turnier 2038.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits während der WM 2026 den Wunsch geäussert, das Turnier möglichst bald wieder in die USA zu holen. Eine direkte Rückkehr ist jedoch frühestens 2038 möglich, da die Gastgeber der Weltmeisterschaften 2030 und 2034 bereits feststehen.
Laut GMX wird innerhalb internationaler Fussballkreise bereits über eine mögliche US-Kandidatur gesprochen. Eine offizielle Bewerbung gibt es allerdings noch nicht. Die FIFA soll eine erneute Bewerbung der Vereinigten Staaten nach Medienberichten bereits positiv begleiten.
Keine feste Wartezeit für frühere WM-Gastgeber
Anders als häufig angenommen gibt es bei der FIFA keine feste Regel, die eine bestimmte Pause zwischen zwei Weltmeisterschaften im selben Land vorschreibt.
Die Organisation berücksichtigt bei der Vergabe vor allem die kontinentalen Fussballverbände. Zudem kann die FIFA ihre Vergabekriterien jederzeit verändern.
Nach der WM 2030, die hauptsächlich in Spanien, Portugal und Marokko stattfindet und zusätzliche Spiele in Uruguay, Argentinien und Paraguay vorsieht, wären mehrere Kontinente zunächst ausgeschlossen. Europa, Afrika und Südamerika gelten deshalb voraussichtlich nicht als mögliche Gastgeber für 2038.
Auch Asien könnte nach der WM 2034 in Saudi-Arabien pausieren. Damit würden vor allem die nord- und mittelamerikanische CONCACAF sowie der ozeanische Verband OFC als mögliche Regionen übrig bleiben.
Infrastruktur spricht für die Vereinigten Staaten
Die USA hätten bei einer Bewerbung einen grossen Vorteil: Die notwendige Infrastruktur ist bereits vorhanden.
Für die WM 2026 wurden zahlreiche moderne Stadien, Trainingszentren, Hotels und Verkehrsstrukturen vorbereitet. Viele grosse Sportarenen, insbesondere aus der NFL, erfüllen bereits die Anforderungen der FIFA oder könnten mit geringem Aufwand angepasst werden.
Auch eine mögliche Erweiterung des Turniers auf 64 Mannschaften wäre für die USA organisatorisch kaum ein Problem. Die grosse Anzahl internationaler Flughäfen und die Erfahrung mit Grossveranstaltungen sprechen ebenfalls für eine erneute Austragung.
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Ozeanien hätte grosse Herausforderungen
Ein möglicher Gegenkandidat könnte aus Ozeanien kommen. Vor allem Neuseeland verfügt jedoch derzeit nicht über die notwendige Infrastruktur für eine komplette Männer-Weltmeisterschaft.
Die FIFA verlangt für ein Turnier dieser Grösse zahlreiche geeignete Stadien. Für wichtige Spiele wie Halbfinals oder Finale sind besonders grosse Arenen erforderlich.
Neuseelands grösstes Stadion, der Eden Park in Auckland, wäre nach aktuellen Vorgaben bereits für ein Halbfinale zu klein. Zusätzlich müssten Hotels, Verkehrswege und weitere Einrichtungen deutlich ausgebaut werden.
Australien wäre grundsätzlich ein starker Kandidat, gehört aber seit 2006 nicht mehr zum ozeanischen Verband. Der australische Fussballverband ist inzwischen Mitglied der asiatischen Konföderation AFC und könnte dadurch bei einer aktuellen Regelung für 2038 ausgeschlossen sein.
Widerstand gegen reine US-WM möglich
Eine erneute Weltmeisterschaft in den USA dürfte jedoch nicht überall auf Zustimmung stossen. Innerhalb der CONCACAF gibt es laut Medienberichten Vorbehalte gegen ein Turnier, das fast ausschliesslich in den Vereinigten Staaten stattfinden würde.
Andere Länder der Region könnten ebenfalls Interesse haben, von einer WM-Austragung wirtschaftlich und sportlich zu profitieren. Ein gemeinsames Modell mit Kanada, Mexiko oder weiteren Staaten Mittelamerikas wäre deshalb denkbar.
Trump soll hingegen eine reine US-Bewerbung bevorzugen.
Finanzielle Gründe sprechen für die USA
Neben der Infrastruktur spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle. Die USA gehören zu den grössten Sportmärkten der Welt und bieten der FIFA enorme Einnahmemöglichkeiten.
Die hohe Nachfrage nach Tickets, Hospitality-Angeboten und Sponsoring macht den US-Markt besonders attraktiv. Bereits die WM 2026 zeigte, welches finanzielle Potenzial eine Austragung in Nordamerika besitzt.
Eine erneute Vergabe an die USA wäre deshalb nicht nur eine sportliche Entscheidung, sondern auch eine wirtschaftliche Überlegung für den Weltfussballverband.
Entscheidung über WM 2038 erst später
Die FIFA hat die Weltmeisterschaft 2038 noch nicht vergeben. Ein offizielles Bewerbungsverfahren wurde ebenfalls noch nicht gestartet.
Sollte der Weltverband seine aktuellen Vergaberegeln beibehalten, könnten die USA aufgrund ihrer Infrastruktur und finanziellen Möglichkeiten jedoch als klarer Favorit gelten.
Eine erneute WM innerhalb von nur zwölf Jahren wäre historisch: Noch nie hat ein Land zwei Männer-Weltmeisterschaften mit einem derart kurzen Abstand ausgerichtet.






