Alexander Zverev hat bei den US Open nach zwei Fünf-Satz-Krimis erstmals souverän überzeugt. Der 29-jährige Deutsche setzte sich gegen den Chilenen Alejandro Tabilo mit 6:2, 7:6 und 6:2 durch. Trotz eines kurzen Frustmoments mit einem Schlägerwurf blieb Zverev auf Kurs und erreichte das Achtelfinale. Dort wartet der Italiener Luciano Darderi.
Zverev zeigt deutlich bessere Form
Weit nach Mitternacht verliess Alexander Zverev erleichtert das Arthur Ashe Stadium. Nach zwei langen und umkämpften Fünf-Satz-Partien zeigte der French-Open-Sieger gegen Alejandro Tabilo seine bislang überzeugendste Leistung beim diesjährigen Turnier.
Mit 6:2, 7:6 (7:2), 6:2 setzte sich Zverev nach 2:25 Stunden durch. Um 1:09 Uhr durfte der Deutsche über den Einzug ins Achtelfinale jubeln. Laut GMX präsentierte sich Zverev vor allem im ersten und dritten Satz deutlich verbessert und sparte im Vergleich zu seinen bisherigen Partien wichtige Kräfte.
Den Gedanken an einen vermeintlich einfachen Weg zum zweiten Grand-Slam-Titel wollte Zverev allerdings nicht aufkommen lassen. Mit Carlos Alcaraz, Ben Shelton und weiteren starken Spielern seien weiterhin zahlreiche Konkurrenten im Turnier.
Kurzer Frustmoment im dritten Satz
Zverev erwischte einen starken Start und dominierte seinen chilenischen Gegner zunächst nahezu nach Belieben. Nach zwei frühen Breaks führte er bereits mit 3:0 und gewann den ersten Satz nach nur 38 Minuten.
Auch im zweiten Durchgang gelang dem Deutschen früh ein Break. Gegen Ende des Satzes verlor Zverev jedoch etwas die Konzentration und musste seinen Aufschlag abgeben. Im Tiebreak setzte er sich letztlich souverän mit 7:2 durch.
Zu Beginn des dritten Satzes kam es dann zu einem kurzen Aussetzer. Nach einem eigenen Fehler warf Zverev seinen Schläger wütend gegen die Wand hinter der Grundlinie.
Der Frust änderte jedoch nichts am Ausgang der Partie. Nach dem Break zum 4:2 war der Widerstand von Tabilo gebrochen, Zverev brachte den Sieg anschliessend sicher nach Hause.
Zverev scherzt über seine langen Matches
Nach den ersten beiden Runden hatte Zverev insgesamt rund neuneinhalb Stunden auf dem Platz verbracht. Seine beiden vorherigen Siege hatte er jeweils erst um 1.55 Uhr beziehungsweise 2.15 Uhr beendet.
Gegen Tabilo konnte er dagegen wertvolle Energie sparen. Im Interview auf dem Platz mit Andrea Petkovic nahm Zverev seine bisherigen Marathonmatches mit Humor.
Sein Trainer habe ihm erklärt, dass ein Best-of-Five-Match nicht automatisch bedeute, dass man fünf Sätze spielen müsse, scherzte der Deutsche. Er habe das bis zu diesem Tag offenbar noch nicht gewusst.
Im Achtelfinale trifft Zverev nun auf den an Nummer 21 gesetzten Italiener Luciano Darderi.
Mehrere Titelkandidaten bereits ausgeschieden
Zverevs Chancen auf einen tiefen Lauf in New York sind auch deshalb gestiegen, weil einige hoch gehandelte Konkurrenten bereits ausgeschieden sind.
Am Samstag verabschiedeten sich unter anderem der US-Amerikaner Taylor Fritz und der Italiener Flavio Cobolli aus dem Turnier. Zuvor waren auch Félix Auger-Aliassime und Novak Djokovic gescheitert. Weltranglistenerster Jannik Sinner fehlt verletzungsbedingt.
Als bestplatzierter möglicher Gegner auf dem Weg ins Finale ist derzeit der US-Amerikaner Learner Tien auf Position 15 der Weltrangliste verblieben. Carlos Alcaraz und Ben Shelton könnte Zverev frühestens im Endspiel treffen.
Eine ähnliche Ausgangslage hatte Zverev bereits bei den French Open erlebt, als er seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann. Eine direkte Parallele zu Paris wollte der 29-Jährige allerdings nicht ziehen.
Zverev mit besonderer Serie
Mit dem Sieg gegen Tabilo feierte Zverev seinen 16. Erfolg in Serie gegen einen Linkshänder. Auf das Duell hatte er sich unter anderem mit seinem Bruder Mischa vorbereitet, der ihm im Training als Linkshänder Aufschläge servierte.
Für Zverev ist es zudem das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres, bei dem er mindestens das Achtelfinale erreicht. Damit ist er in diesem Jahr der einzige männliche Tennisspieler, dem dies bei allen vier Grand-Slam-Turnieren gelungen ist.
Das Ziel des Deutschen dürfte damit allerdings noch nicht erreicht sein. Nach der überzeugenden Vorstellung gegen Tabilo will Zverev in New York weiter um seinen zweiten Grand-Slam-Titel kämpfen.






