Zwei Treffer. Kaum sichtbare Schäden. Und trotzdem waren die Tanker manövrierunfähig.
Die USA haben im Golf von Oman erneut militärisch gegen iranische Schiffe eingegriffen – diesmal mit bemerkenswerter Präzision.
Videos des US Central Command (CENTCOM) zeigen, wie eine F/A-18 der US Navy offenbar gezielt die Schornsteine zweier Tanker trifft.
Die Aufnahmen sorgen international für Diskussionen.
US-Militär veröffentlicht Video des Angriffs
Nach Angaben des US-Militärs wurden die unter iranischer Flagge fahrenden Tanker „Sea Star III“ und „Sevda“ am Freitag ausser Gefecht gesetzt.
CENTCOM erklärte, die Schiffe hätten versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu umgehen.
Die Tanker seien unbeladen gewesen und auf dem Weg zu iranischen Häfen im Golf von Oman.
Auffällige Präzision der Treffer
Die veröffentlichten Videos zeigen laut CENTCOM präzise Treffer im Bereich der Schornsteine.
Bei der „Sea Star III“ steigt zunächst leichter Rauch auf, bevor nach dem Einschlag dunklere Rauchwolken sichtbar werden.
Bei der „Sevda“ ist kurz eine Explosion zu erkennen, gefolgt von dichtem schwarzem Rauch.
Grössere strukturelle Schäden am Schiffsrumpf sind auf den Aufnahmen nicht sichtbar.
Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Verletzten.
Welche Waffen wurden eingesetzt?
Militärexperten gehen davon aus, dass die US Navy lasergelenkte Präzisionsbomben verwendet hat.
Im Gespräch mit CNN erklärten mehrere Analysten, vermutlich seien 500-Pfund-Bomben mit präziser Zielsteuerung eingesetzt worden.
So könnte der Angriff abgelaufen sein
Der frühere Offizier der Royal Australian Air Force, Peter Layton, beschrieb das mögliche Vorgehen:
- Tiefer Anflug auf das Ziel
- Zielerfassung per Infrarot-Behälter
- Laser-Markierung des Schornsteins
- Abwurf der Bombe im direkten Anflug
Layton erklärte, dass die Bombe wahrscheinlich nicht direkt in die Öffnung des Schornsteins gelenkt wurde.
Vielmehr dürfte das gesamte Schornsteinsegment als Ziel markiert worden sein.
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Warum die Tanker nicht versanken
Auffällig ist, dass auf den Videos keine massiven Explosionen zu sehen sind.
Experten halten deshalb den Einsatz sogenannter inerter oder sprengstoffarmer Munition für möglich.
Das würde erklären, warum:
- die Tanker beschädigt wurden
- die Schiffe aber nicht sanken
- keine grossen Sekundärexplosionen sichtbar waren
Der pensionierte US-Luftwaffenoberst Cedric Leighton erklärte gegenüber CNN, dass solche Einsätze darauf abzielen könnten, Schiffe gezielt bewegungsunfähig zu machen.
F/A-18 startet von US-Flugzeugträger
Nach Angaben des CENTCOM wurde die eingesetzte F/A-18 von der USS George H. W. Bush gestartet.
Die zweimotorigen Kampfjets der US Navy zählen zu den wichtigsten Mehrzweckkampfflugzeugen der amerikanischen Marine.
Sie können:
- Luft-Luft-Raketen tragen
- Präzisionsbomben einsetzen
- Ziele auf See bekämpfen
- Bodenangriffe fliegen
Die F/A-18 gilt besonders bei Einsätzen über See als flexibel und präzise.
Bereits dritter Angriff innerhalb weniger Tage
Laut CENTCOM war dies bereits der zweite und dritte iranische Tanker, der innerhalb von drei Tagen durch eine US-F/A-18 gestoppt wurde.
Am 6. Mai soll ein weiterer Tanker durch Beschuss mit der 20-mm-Kanone eines Kampfjets manövrierunfähig gemacht worden sein.
Dabei wurde laut US-Militär gezielt das Ruder getroffen.
USA verschärfen Druck auf Iran
Die USA erklärten:
- Mehrere Schiffe seien ausser Gefecht gesetzt worden
- Über 50 weitere Schiffe seien umgeleitet worden
- Die Blockade iranischer Häfen bleibe bestehen
Die Lage im Golf von Oman bleibt damit hoch angespannt.
Internationale Spannungen nehmen zu
Die Zwischenfälle zeigen, wie schnell sich die Lage zwischen den USA und Iran weiter verschärfen könnte.
Militärexperten warnen davor, dass selbst begrenzte Angriffe auf zivile oder kommerzielle Schiffe zu einer grösseren Eskalation führen könnten.
Besonders kritisch bleibt:
- die strategische Bedeutung der Strasse von Hormus
- der globale Öltransport
- mögliche Reaktionen Irans
- Risiken für die internationale Schifffahrt
Die Region zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt.






