Der 21-jährige ukrainische Sumoringer Yavhusishyn Danylo – besser bekannt unter seinem Ringnamen Aonishiki – hat das renommierte November Grand Sumo Tournament in Japan gewonnen. Es ist ein sensationeller Sieg, der weltweit Beachtung findet. Laut edition.cnn.com triumphierte er im entscheidenden Kampf über den mongolischen Top-Ringer Hoshoryu und schrieb damit Sportgeschichte.
Ein Sieg, der nicht in Worte zu fassen ist
Unmittelbar nach seinem Triumph sagte Aonishiki gegenüber NHK:
„Es ist ein Gefühl, das man nicht in Worte fassen kann.“
Er habe genau die Anweisungen seines Meisters befolgt – und das habe ihn zum Sieg geführt. Sein Erfolg ist der Höhepunkt eines erstaunlich schnellen Aufstiegs im Sumo, einem Sport, der tief in Ritualen und Traditionen verwurzelt ist.
Flucht vor dem Krieg – Neubeginn in Japan
Aonishikis Reise ist außergewöhnlich:
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Als Kind begann er mit Ringen und Judo in der Ukraine.
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Mit sieben Jahren wechselte er zum Sumo.
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Mit 15: Platz 3 bei der Junioren-WM in Japan.
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2022 zerstörte der Krieg in der Ukraine seine Trainingsmöglichkeiten – seine Familie floh nach Deutschland.
Er selbst reiste mit nur 18 Jahren völlig allein nach Japan, um seinen Traum nicht aufzugeben.
Sein späterer Mentor und Freund, der japanische Sumoringer Arata Yamanaka, nahm ihn bei seiner Familie auf und öffnete ihm die Türen zum Training an der Kansai-Universität.
Vom Flüchtling zum Champion – in Rekordzeit
Aonishiki lernte in kurzer Zeit fließend Japanisch und setzte sich gegen erfahrene Athleten durch. Trotz „nur“ 140 Kilogramm – vergleichsweise leicht für seine Division – dominierte er an der Universität, bevor er in den professionellen Ajigawa-Stall aufgenommen wurde.
Sein Ringname „Aonishiki“ bedeutet „blau“ – eine Hommage an die ukrainische Flagge.
Bereits nach nur 13 Turnieren erreichte er den prestigeträchtigen Rang Sekiwake, den dritthöchsten im Sumo. Das ist ein Rekordtempo in einem Sport, in dem Auf- und Abstiege oft jahrelange Arbeit bedeuten.
Bald Ozeki? Verband berät über Beförderung
Nach seinem Turniersieg trat der japanische Sumo-Verband zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über seine mögliche Beförderung zum Ozeki – dem zweithöchsten Rang – zu beraten.
Aber Aonishiki denkt bereits weiter:
„Es gibt noch eine Stufe darüber – und die möchte ich erreichen.“
Sein Ziel: der legendäre Titel Yokozuna – die höchste Auszeichnung im Sumo.
Ein Symbol der Resilienz
Aonishikis Geschichte steht für:
✔ Mut
✔ Willenskraft
✔ den unerschütterlichen Wunsch, trotz Krieg und Flucht Träume weiterzuverfolgen
Er ist bereits heute zu einer Inspiration für viele Ukrainer – und für die weltweite Sumo-Community.










