Ein neuer Beschluss aus Kiew sorgt für diplomatischen Ärger.
Mit einer geplanten Gedenkstätte für historische Persönlichkeiten verschärft sich der Streit zwischen der Ukraine und Polen erneut – und könnte sogar Auswirkungen auf den EU-Beitrittsprozess haben.
Parlament stimmt für umstrittenes Pantheon
Gedenkort soll in Kiew entstehen
Das ukrainische Parlament hat den Bau einer nationalen Gedenkstätte beschlossen. Das sogenannte Pantheon soll in Kiew entstehen und bedeutende Persönlichkeiten der ukrainischen Geschichte ehren.
Nach Angaben des Parlaments soll die Anlage dazu dienen, die nationale Identität zu stärken und an historische Persönlichkeiten verschiedener Epochen zu erinnern.
Polen reagiert mit scharfer Kritik
Streit um historische Bewertung
Aus Warschau kam unmittelbar nach dem Beschluss deutliche Kritik.
Laut GMX richtet sich der Protest vor allem gegen die geplante Ehrung von Angehörigen der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA). In der Ukraine gelten viele ihrer Mitglieder als Unabhängigkeitskämpfer, während sie in Polen wegen der Massaker an Zehntausenden Polen und Juden während des Zweiten Weltkriegs als Täter betrachtet werden.
Geschichtsstreit belastet Beziehungen
Konflikt schwelt seit Monaten
Der Streit zwischen beiden Ländern hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach verschärft.
Zuletzt sorgten unter anderem:
- Ehrungen von UPA-Mitgliedern
- diplomatische Proteste
- Rückgabe staatlicher Auszeichnungen
- gegenseitige Kritik führender Politiker
für Spannungen zwischen Kiew und Warschau.
Auswirkungen auf den EU-Kurs?
Polen stellt Fragen
In Polen wird inzwischen offen diskutiert, ob die historischen Differenzen Auswirkungen auf den EU-Beitritt der Ukraine haben könnten.
Offizielle Entscheidungen dazu gibt es derzeit allerdings nicht.
Russland verfolgt Entwicklung genau
Moskau nutzt Konflikt propagandistisch
Beobachter weisen darauf hin, dass der Streit Russland in die Hände spielen könnte.
Der Kreml nutzt historische Konflikte seit Jahren für seine Propaganda. Gleichzeitig betonen westliche Staaten weiterhin ihre Unterstützung für die Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.






