Bomben auf Kiew, politische Erdbeben in der Führung – und ein Gipfel mit Signalwirkung.
Während in Paris über die Zukunft der Ukraine beraten wird, spitzt sich die Lage im Land dramatisch zu.
Am Tag des sogenannten „Willensgipfels“ entlässt Präsident Wolodymyr Selenskyj den Chef der Geheimdienste. Gleichzeitig erschüttern neue russische Angriffe die Hauptstadt.
Willensgipfel in Paris: Europa sucht Geschlossenheit
Heute treffen sich in Paris führende Staats- und Regierungschefs zum „Willensgipfel“ für die Ukraine. Gastgeber Emmanuel Macron will gemeinsam mit europäischen Partnern konkrete Sicherheitsgarantien für Kiew vorbereiten.
Mit dabei ist auch Italiens Premierministerin Giorgia Meloni. Für die USA nehmen die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner teil – ein politisches Signal, dass Washington trotz Spannungen weiter involviert bleibt.
Dem Treffen gingen in den vergangenen Tagen intensive Beratungen auf Ebene von Sicherheitsberatern und Militärchefs voraus. Ziel ist es, Moskau im Falle eines Waffenstillstands glaubwürdig von neuen Angriffen abzuschrecken.
Selenskyj entlässt Geheimdienstchef Maljuk
Fast zeitgleich sorgt Präsident Selenskyj in Kiew für Aufsehen.
Er entlässt Wassyl Maljuk, den langjährigen Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU.
Maljuk hatte den Geheimdienst seit 2022 geführt und galt als Architekt einiger der spektakulärsten Operationen gegen Russland – darunter Angriffe auf die Krimbrücke und koordinierte Drohnenaktionen tief im russischen Hinterland.
Offiziell kündigte Maljuk an, innerhalb der Organisation zu bleiben und weiterhin „asymmetrische Spezialoperationen“ durchzuführen. Faktisch wurde er jedoch entmachtet. Übergangsweise übernimmt Jewhen Chmara die Leitung des SBU.
In Kiew wird der Schritt auch im Zusammenhang mit internen Machtkämpfen und den jüngsten Korruptionsermittlungen gesehen.
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Neue Angriffe auf Kiew fordern Tote
Der Führungswechsel erfolgt inmitten erneuter russischer Angriffe. In der Nacht und am frühen Morgen wurde Kiew von Drohnen und Raketen getroffen.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland 165 Drohnen und mindestens neun Raketen ein. In der Hauptstadt kam es zu Bränden, Stromausfällen und mehreren Verletzten. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, weitere wurden verletzt. Auch die umliegende Region war betroffen.
Die Situation wird durch winterliche Temperaturen von bis zu minus acht Grad zusätzlich verschärft.
Laut ansa.it steht diese Eskalation in direktem zeitlichen Zusammenhang mit dem Pariser Gipfel und dem wachsenden diplomatischen Druck auf Moskau.
USA senden neues Signal an Europa
US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt ungewohnt kritisch gegenüber Russland gezeigt. Er erklärte öffentlich, er sei „sehr wütend auf Putin“, und distanzierte sich von früheren Aussagen.
Besonders bemerkenswert ist die Teilnahme seiner Gesandten am Gipfel in Paris. In europäischen Hauptstädten wird dies als Zeichen gewertet, dass die USA trotz innenpolitischer Debatten weiterhin eine Rolle in der Sicherheitsarchitektur Europas spielen wollen.
Streit um Gebiete bleibt grösstes Hindernis
Trotz intensiver Diplomatie bleibt eine Frage ungelöst:
der künftige Status der von Russland besetzten Gebiete.
Ohne eine Lösung in dieser Frage gilt ein dauerhafter Frieden als kaum erreichbar. Genau hier soll der „Willensgipfel“ ansetzen – mit Sicherheitsgarantien, die Kiew schützen und Moskau abschrecken sollen.










