Die UEFA erhöht im Streit mit der FIFA um einen geplanten Investoreneinstieg den Druck. Der europäische Fussballverband und seine 55 Mitgliedsverbände lehnen eine mögliche Beteiligung privater Investoren an FIFA-Wettbewerben ab und drohen mit einem Boykott von FIFA-Turnieren.
UEFA stellt sich geschlossen gegen FIFA-Pläne
Der Konflikt zwischen der UEFA und FIFA-Präsident Gianni Infantino spitzt sich zu. Bei einer digitalen Dringlichkeitssitzung am Donnerstag sollen sich die europäischen Verbände auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben.
Laut GMX teilte die UEFA mit, dass keine europäischen Nationalmannschaften an FIFA-Wettbewerben teilnehmen würden, solange die Pläne zur Öffnung von Wettbewerben für private Investoren nicht vollständig verworfen seien. Betroffen wäre unter anderem die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien.
Die UEFA erklärte, die Weltmeisterschaft dürfe nicht als Finanzprodukt behandelt werden. Das Turnier sei ein historisches Erbe des Fussballs und stehe nicht zum Verkauf.
Streit um Beteiligung privater Investoren
Auslöser des Konflikts sind Pläne der FIFA, mögliche Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen Wettbewerben an private Investoren zu vergeben. Der Weltverband verspricht sich davon zusätzliche Einnahmen und höhere Investitionen in den Fussball.
Nach Angaben der FIFA sollen dadurch mehr Mittel an nationale Verbände und die Basis des Sports fliessen. Infantino bezeichnete die Idee als nächsten logischen Schritt in der wirtschaftlichen Entwicklung des Fussballs.
Der FIFA-Präsident zeigte sich überrascht über die massive Kritik aus Europa. Er betonte, dass es sich lediglich um einen Vorschlag innerhalb eines demokratischen Beratungsprozesses handle und keine Verpflichtung bestehe.
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Europas Top-Nationen könnten fehlen
Ein Ausschluss europäischer Nationalmannschaften würde den Wert von FIFA-Turnieren erheblich beeinflussen. Zu den stärksten Fussballnationen der UEFA gehören unter anderem Weltmeister Spanien sowie England, Frankreich und Deutschland.
Berichten zufolge betrifft die Diskussion nicht nur die Männer-WM 2030, sondern auch die Frauen-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Die UEFA sieht durch die Pläne die traditionelle Struktur des internationalen Fussballs gefährdet.
Entscheidung über FIFA-Pläne steht bevor
Die FIFA will die Mitgliedsverbände bis zum 19. September von ihrem Konzept überzeugen. Für eine Umsetzung wäre eine einfache Mehrheit der 211 FIFA-Mitgliedsverbände notwendig.
Den Verbänden werden laut Berichten finanzielle Vorteile in Aussicht gestellt. Bei Zustimmung könnten hohe zusätzliche Zahlungen fliessen.
Die harte Reaktion der UEFA könnte den Plan jedoch deutlich erschweren. Auch mehrere europäische Verbände, darunter der Deutsche Fussball-Bund (DFB), haben bereits deutliche Kritik geäussert.
Der Machtkampf zwischen FIFA und UEFA geht damit in eine neue Phase.






