Eine Beleidigung, ein Aufschrei und eine überraschende Verteidigungsstrategie:
Im Weissen Haus sorgt die Wortwahl von Präsident Trump erneut für Diskussionen.
Nachdem er eine Reporterin als „Schweinchen“ abkanzelte, äusserte sich nun erstmals seine Pressesprecherin – und verteidigte die Aussage auf ungewöhnliche Weise.
Der Auslöser: Eine Frage zu Jeffrey Epstein
Letzte Woche kam es im Weissen Haus zu einer Szene, die weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Eine Journalistin von Bloomberg News fragte den Präsidenten nach E-Mails im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein.
Seine Reaktion:
„Still! Still, Schweinchen!“
Die kindische Beleidigung löste sofort heftige Kritik aus:
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Medienvertreter sprachen von einem „inakzeptablen Angriff“
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CNN-Moderator Jake Tapper nannte es „ekelhaft“
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Presseorganisationen warnten vor zunehmender Feindseligkeit gegenüber Journalistinnen
laut nytimes.com
Das Weisse Haus schaltet sich ein
Spokesperson: „Das ist Offenheit“
Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weissen Hauses, trat erstmals vor die Presse, um den Vorfall einzuordnen – und überraschte mit einer klaren Verteidigungslinie.
„Jeder sollte die Offenheit und Ehrlichkeit von Präsident Trump schätzen“, sagte sie im Westflügel.
Auf Nachfrage, was der Präsident mit „Schweinchen“ gemeint habe, antwortete sie ausweichend, aber deutend:
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Trump sei „offen und ehrlich zu allen“
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Er reagiere „frustriert“, wenn Reporter „Fake News verbreiten“
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Seine Direktheit sei „respektvoller als das Verhalten vorheriger Regierungen“
Damit stellte Leavitt einen direkten Vergleich zum früheren Präsidenten Biden her, der sich wesentlich seltener den Medien stellte.
Bloomberg reagiert – und bleibt professionell
Bloomberg News veröffentlichte diese Woche ein offizielles Statement:
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Reporter im Weissen Haus leisteten einen „wichtigen öffentlichen Dienst“
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Man werde weiterhin „fair und genau“ berichten
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Die Redaktion nehme den Vorfall zur Kenntnis, ohne sich provozieren zu lassen
Die Aussage signalisiert klare Distanz — ohne Eskalation.
Ein Präsident unter Druck
Weitere Konfrontationen mit Journalistinnen
Der Vorfall um Bloomberg war nicht der einzige der Woche.
Am Dienstag richtete der Präsident eine weitere verbale Attacke an eine Korrespondentin von ABC News, nachdem sie eine Frage über Saudi-Arabiens Kronprinzen stellte.
Er nannte sie:
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„schreckliche Person“
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„schreckliche Journalistin“
Beobachter ordnen diese Ausbrüche als Zeichen wachsender Gereiztheit des Präsidenten gegenüber kritischer Berichterstattung ein.
Medien unter Druck, Demokratie im Fokus
Auch Medienexperten äussern zunehmend Sorge, dass aggressive Rhetorik gegenüber Reportern:
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den öffentlichen Diskurs vergiftet
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journalistische Arbeit erschwert
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demokratische Kontrollfunktionen schwächen könnte
Der NYT-Reporter Michael M. Grynbaum, der über Medien und Politik schreibt, ordnet den Vorfall in eine längere Reihe von Angriffen auf die Presse ein.










