Ein geheimes Dokument, ein angebliches Friedensangebot und weltweite Diskussionen:
Ein 28-Punkte-Plan, der Donald Trump zugeschrieben wird, sorgt derzeit für politische Spannungen zwischen Washington, Kiew und Moskau.
Vor allem die Ukraine reagiert zurückhaltend – denn einige der Forderungen könnten das Kräfteverhältnis im Krieg massiv verändern.
Treffen in Kiew und erste Medienberichte
Am Donnerstag traf sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit hochrangigen Vertretern der US-Armee, nachdem Berichte aufgetaucht waren, wonach Washington der Ukraine einen Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt habe — angeblich mit Vorteilen für Moskau.
Die britische Zeitung The Telegraph veröffentlichte erste Details.
laut newsweek.com
Newsweek bat die Aussenministerien in Kiew und Moskau um Stellungnahmen.
Warum der Plan so brisant ist
Noch bevor die vollständigen Punkte bekannt waren, lösten Gerüchte Empörung aus:
Trumps Gesandter Steve Witkoff soll mit dem Kreml über mögliche Gebietsverzichte der Ukraine gesprochen haben.
Selenskyj kommentierte den Plan bisher nicht öffentlich, doch viele ukrainische Politiker warnen vor einem „Frieden um jeden Preis“.
Der Kern der Kritik:
Belohnung russischer Aggression
Gebietsabgaben als Voraussetzung
Einschränkungen der ukrainischen Souveränität
Gefahr eines Drucks auf Kiew durch Washington
Militärexperte David Silbey bezeichnete den Plan als „inakzeptabel“ und sah darin einen Versuch, Selenskyj unter Druck zu setzen.
Das steckt im angeblichen 28-Punkte-Plan
Nach Medienberichten enthält das Dokument folgende zentrale Bestimmungen:
1. Souveränität und Sicherheitsgarantien
Bestätigung der ukrainischen Souveränität
US-gestützte Garantien, unter strengen Bedingungen
Verbot ukrainischer Angriffe tief in Russland
2. Begrenzung der ukrainischen Streitkräfte
Reduktion auf 600’000 Soldaten
Aufgabe von Raketen, die Moskau erreichen können
Verbot ausländischer Kampfjets in der Ukraine
3. NATO-Bestimmungen
Ukraine schreibt Neutralität in die Verfassung
NATO schliesst ukrainischen Beitritt in Zukunft aus
Keine NATO-Truppen in der Ukraine
Stationierung europäischer Jets in Polen
4. Territoriale Regelungen
Anerkennung der Krim, Luhansk und Donezk als russisch
Cherson und Saporischschja werden „eingefroren“
Rückzug ukrainischer Streitkräfte aus Teilen von Donezk
Einrichtung einer entmilitarisierten Pufferzone
Beide Länder verpflichten sich zur Gewaltfreiheit
5. Wirtschaft, Sanktionen und Wiederaufbau
Schrittweise Reintegration Russlands in die Weltwirtschaft
Möglichkeit eines neuen G8-Formats
Nutzung eingefrorener russischer Vermögen:
100 Mrd. USD für Wiederaufbau in der Ukraine
weitere 100 Mrd. USD über Europa
restliche Gelder in US-russische Investitionsprogramme
6. Atomwaffen und Energie
Verlängerung von START-I
Ukraine bleibt kernwaffenfrei
Betrieb des AKW Saporischschja unter IAEA-Aufsicht
Stromaufteilung 50:50 zwischen Russland und Ukraine
7. Humanitäre Punkte
Gefangenenaustausch „alle gegen alle“
Freilassung aller zivilen Geiseln, inklusive Kinder
Familienzusammenführung
Programme gegen Rassismus und Diskriminierung
8. Demokratische Prozesse
Wahlen in der Ukraine innerhalb von 100 Tagen nach Inkrafttreten der Vereinbarung
Warum der Plan in der Ukraine als gefährlich gilt
Die grösste Sorge Kiews:
Der Plan könnte die faktische Kapitulation gegenüber Russland bedeuten.
Er sieht nicht nur Gebietsverluste, sondern auch massive Einschränkungen der militärischen Freiheit vor.
Kritiker warnen, ein solcher Vertrag könnte die Ukraine langfristig verwundbar machen.
Militärexperte David Silbey betont:
„Die Ukraine verliert zwar langsam den Krieg, aber nicht so sehr, dass sie diese Forderungen akzeptieren müsste.“
Internationale Reaktionen
Europa: äusserst zurückhaltend
Russland: noch keine offizielle Bestätigung
USA: Regierung vermeidet direkte Stellungnahme
Ukraine: skeptisch, aber offiziell diplomatisch
Die Debatte dürfte die geopolitischen Spannungen der kommenden Monate prägen.










