Der designierte New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani wurde am Freitag gefragt, ob er Präsident Donald Trump für einen Faschisten halte. Laut edition.cnn.com kam es dabei zu einer überraschend lockeren Szene im Oval Office: Mamdani stand neben dem Präsidenten und begann zu antworten – doch Trump unterbrach ihn scherzhaft.
„Schon gut – Sie können einfach Ja sagen. Das ist einfacher. Einfacher als es zu erklären“, sagte Trump lachend, während er Mamdani auf den Arm klopfte.
Diese fast freundschaftliche Situation war vor dem Treffen kaum vorstellbar gewesen. Doch der Anführer der MAGA-Bewegung und der demokratische Sozialist betonten, dass das Gespräch produktiv und erstaunlich harmonisch verlaufen sei.
Trump sagte über Mamdani: „Je besser es ihm geht, desto glücklicher bin ich“, und deutete sogar an, dass er sich vorstellen könne, in Mamdanis New York zu leben.
Von Feinden zu Gesprächspartnern
Noch während des Bürgermeisterwahlkampfs hatte Trump die Wähler seiner Heimatstadt aufgefordert, gegen Mamdani zu stimmen und sogar mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht. Er bezeichnete den künftigen Bürgermeister wiederholt als „Kommunisten“ – eine Bezeichnung, die Mamdani entschieden zurückweist.
Doch nun zeigte sich ein völlig anderer Ton. Trump lobte Mamdanis deutlichen Wahlsieg und betonte, wie wichtig die Themen der Arbeiterklasse und bezahlbarer Wohnraum seien. Eine aktuelle Umfrage von Fox News zeigt, dass 76 % der Amerikaner die wirtschaftliche Lage negativ bewerten – ein Warnsignal für die Republikaner vor den Zwischenwahlen.
Auch für Mamdani ist eine funktionierende Beziehung zum Weissen Haus essenziell: Für das Haushaltsjahr 2026 rechnet New York City mit 7,4 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln.
Mögliche Übereinstimmungen – trotz grosser Unterschiede
Laut Beratern fanden Trump und Mamdani in mehreren Themenbereichen zumindest rhetorisch Annäherungen:
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Bezahlbarer Wohnraum
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Energiekosten
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Öffentliche Sicherheit
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Nahost-Frieden
Uneinigkeit besteht weiterhin bei:
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Einwanderungspolitik
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Bewertung des Israel–Hamas-Krieges
Symbolträchtige Inszenierung im Oval Office
Die beiden trafen sich rund 30 Minuten unter vier Augen. Mamdani erzählte später, dass sie gemeinsam ein Porträt von Franklin D. Roosevelt betrachteten – ein bewusstes Symbol für soziale Reformen.
Ungewöhnlich war jedoch die Sitzordnung: Trump sass hinter dem Schreibtisch, während Mamdani hinter ihm stand. Trotz der Machtdemonstration lächelten beide während des gesamten Pressegesprächs.
Bemerkenswert: Trump stellte sich sogar gegen seine Parteikollegin Elise Stefanik, die Mamdani als „Dschihadisten“ bezeichnet hatte. Er relativierte die Aussage als Wahlkampfrhetorik.
Politische Vorbereitung – Mamdani holt Rat ein
Mamdani sprach vor dem Treffen mit mehreren hochrangigen Demokraten, die bereits Erfahrung mit Trump gesammelt hatten:
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Gouverneurin Kathy Hochul
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Mehrheitsführer Chuck Schumer
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Minderheitsführer Hakeem Jeffries
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Reverend Al Sharpton
Ein gemeinsames Ziel: New York
Mamdani betonte, das Gespräch habe sich „auf einen Ort gemeinsamer Bewunderung und Liebe konzentriert: New York City.“
Trump zeigte sich optimistisch:
„Ich glaube, er wird einige Konservative überraschen.“










