Ein Entscheid mit enormen Folgen sorgt in den USA für Aufsehen.
Präsident Trump will Tausenden Somaliern einen Schutz entziehen, den viele seit Jahrzehnten besitzen.
Für Betroffene könnte das den Verlust ihrer Lebensgrundlage bedeuten.
Was Trump ankündigt – und warum die Debatte jetzt eskaliert
Präsident Trump kündigte am Freitag auf seiner Social-Media-Plattform an, den vorübergehenden Schutzstatus (Temporary Protected Status, TPS) für Somalier zu beenden – ein Programm, das Menschen aus Krisenländern erlaubt, legal in den USA zu leben und zu arbeiten.
Der Schritt würde besonders Minnesota treffen, wo die grösste somalische Community des Landes lebt – laut nytimes.com.
Auch Heimatschutzministerin Kristi Noem bestätigte in Minneapolis, ihr Ministerium prüfe die vollständige Aufhebung des Schutzes. Eine Umsetzung würde eine Frist von 60 Tagen erfordern.
Was ist TPS überhaupt?
Der Temporary Protected Status wurde eingeführt, um Menschen aus Ländern zu schützen, die aufgrund von:
Bürgerkrieg
Naturkatastrophen
Gewalt & politischem Zusammenbruch
humanitären Krisen
nicht sicher zurückkehren können.
Beispiel Somalia
TPS erstmals gewährt: 1991, nach Zusammenbruch der Regierung
Immer wieder verlängert
Letzte Verlängerung: gültig bis Mitte März
Obwohl in Minnesota rund 42’500 Somalier leben, fallen nur 705 Personen landesweit offiziell unter TPS.
Trumps Begründung – und die Kritik daran
Trump behauptete in seinem Post, „somalische Banden“ würden Minnesota „terrorisieren“, und bezeichnete den Bundesstaat als „Zentrum betrügerischer Geldwäsche“.
Mehrere somalische Staatsangehörige wurden zwar in der Vergangenheit wegen Betrugs verurteilt – unter anderem im Zusammenhang mit Hilfsgeldern für Kinder –, doch Kritiker sprechen von pauschalen Vorwürfen, die ganze Bevölkerungsgruppen stigmatisierten.
Der demokratische Gouverneur Tim Walz reagierte deutlich:
Trump habe sich entschieden, „eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal ins Visier zu nehmen“.
Er vermutet politische Ablenkungsmanöver.
Wie es in Somalia heute aussieht
Somalia hat rund 18 Millionen Einwohner und leidet seit Jahrzehnten unter:
Gewalt & Terrorgruppen
Dürreperioden
Armut
politischer Instabilität
Hilfsorganisationen mussten ihre Arbeit zuletzt einschränken, nachdem Trump USAID auflöste.
Wer wirklich betroffen wäre
Laut Daten der US-Volkszählung:
73 % der Somalier in den USA sind eingebürgert
Nur wenige Hundert haben aktuell TPS
Insgesamt leben 8’460 TPS-Begünstigte (alle Länder) in Minnesota
Unter Biden konnten jüngere somalische Migrantinnen und Migranten neu TPS beantragen – bis zu 4’300 könnten anspruchsberechtigt sein.
Eine politische Entscheidung mit realen Folgen für viele Familien – in den USA und in Somalia.






