Geplante Luxusresorts auf der albanischen Insel Sazan und in Zvërnec sorgen für Diskussionen und Proteste. Hinter den Projekten stehen Pläne von Jared Kushner und Ivanka Trump. In sozialen Netzwerken kursieren Behauptungen über eine angebliche Beteiligung Israels – dafür gibt es jedoch keine Belege.
Geplante Luxusresorts an Albaniens Küste lösen Proteste aus
Die geplanten Bauprojekte von Jared Kushner und Ivanka Trump in Albanien sorgen seit Wochen für Widerstand. Tausende Menschen protestieren gegen die geplanten Luxusresorts auf der Insel Sazan und am Küstenabschnitt Zvërnec.
Unter dem Motto „Albanien steht nicht zum Verkauf“ kritisieren Demonstrierende vor allem die Lage der Projekte in sensiblen Naturgebieten. Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama verteidigt die Vorhaben hingegen und sieht darin eine Möglichkeit, internationale Investitionen und neue Arbeitsplätze ins Land zu holen.
Laut GMX prüfen Faktenchecker und Journalisten die Eigentumsverhältnisse sowie mögliche Verbindungen der Investoren. Hinweise darauf, dass Albanien Teile seines Staatsgebiets an Israel verkaufen oder übergeben würde, konnten dabei nicht festgestellt werden.
Was planen Kushner und Ivanka Trump in Albanien?
Die Idee für das Projekt entstand nach Angaben von Kushner und Ivanka Trump während eines Aufenthalts auf der Insel Sazan. Die beiden sollen von der Landschaft begeistert gewesen sein und den Standort als geeignet für ein internationales Luxusresort angesehen haben.
Auf Sazan sind mehrere hochwertige Unterkünfte und eine sogenannte Öko-Resort-Anlage geplant. Kushner soll zudem erwägen, einige historische militärische Anlagen wie Bunker und Tunnel in das Konzept einzubeziehen.
Die Insel war während der kommunistischen Zeit Albaniens militärisches Sperrgebiet. Erst seit 2015 ist sie für Besucher zugänglich. Sazan gehört weiterhin dem albanischen Staat und wird vom Verteidigungsministerium verwaltet.
Naturschutzgebiete im Mittelpunkt der Kritik
Neben Sazan steht auch das Gebiet Zvërnec im Fokus der Debatte. Der Küstenabschnitt liegt im Umfeld des Naturschutzgebiets Vjosa-Narta, zu dem auch die Narta-Lagune gehört. Das Gebiet ist unter anderem ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel wie Flamingos.
Kritiker befürchten, dass der Bau von Luxusresorts die empfindliche Natur gefährden könnte. Möglich wurden solche Projekte unter anderem durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2024.
Die albanische Regierung argumentiert dagegen, dass Investitionen mit entsprechenden Umweltauflagen vereinbar seien und die wirtschaftliche Entwicklung der Region stärken könnten.
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Keine Belege für Beteiligung Israels
In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Behauptungen, Albanien würde Land an Israel verkaufen oder die israelische Regierung sei an den Projekten beteiligt. Teilweise wurden dazu manipulierte Bilder und nicht belegte Aussagen verbreitet.
Nach bisherigen Recherchen gibt es dafür keine Beweise. Die Insel Sazan bleibt Eigentum Albaniens. Auch für eine direkte Beteiligung des israelischen Staates an den geplanten Luxusresorts liegen keine bestätigten Informationen vor.
Experten sehen den Ursprung der Gerüchte unter anderem in der früheren politischen Rolle von Jared Kushner. Während der ersten Amtszeit von Donald Trump arbeitete Kushner an einem Nahost-Friedensplan und ist weiterhin in internationalen politischen Projekten aktiv.
Investoren und Eigentumsfragen bleiben komplex
Für das Projekt auf Sazan wurde laut verfügbaren Unterlagen ein strategischer Investitionsstatus vergeben. Als beteiligtes Unternehmen wird Atlantic Incubation Partners LLC genannt, das in den USA registriert ist.
Öffentlich zugängliche Daten zeigen keine Verbindung des Unternehmens zum israelischen Staat. Auch die häufig genannte Firma Affinity Partners von Jared Kushner weist nach bisherigen Informationen keine direkte Verbindung zu Israel auf.
Die Situation in Zvërnec ist komplizierter. Dort bestehen seit Jahren Streitigkeiten über Landrechte. Verschiedene Familien, Privatpersonen und Unternehmen erheben Ansprüche auf Grundstücke.
Auch bei diesen Eigentumsfragen gibt es bislang keine Hinweise auf eine Übertragung von Land an Israel. Die albanische Regierung hat entsprechende Behauptungen offiziell zurückgewiesen.
Projekte bleiben politisch umstritten
Die geplanten Luxusresorts an Albaniens Küste bleiben ein umstrittenes Thema. Während Befürworter wirtschaftliche Chancen sehen, warnen Umweltorganisationen und Teile der Bevölkerung vor möglichen Folgen für Natur und lokale Interessen.
Fest steht: Die Projekte betreffen albanisches Staats- und Privatland. Hinweise auf einen Verkauf an Israel oder eine Beteiligung der israelischen Regierung liegen nicht vor.





