Die anhaltende Trockenheit in der Schweiz verschärft die Situation für viele Bauernbetriebe. Wegen ausgetrockneter Wiesen und fehlendem Futter wurden im vergangenen Monat rund 3500 Kühe mehr geschlachtet als im Vorjahreszeitraum. Landwirtschaftsverbände warnen vor einem Preisverfall und fordern eine kontrollierte Lösung.
Die ungewöhnlich trockenen Bedingungen sorgen auf vielen Höfen für grosse Herausforderungen. Das Graswachstum bleibt aus, Weiden sind teilweise braun und zahlreiche Bauern müssen bereits ihre Wintervorräte an Heu und Futter einsetzen.
Damit die Versorgung ihrer Tiere weiterhin gewährleistet ist, reduzieren einige Betriebe ihre Bestände und bringen Kühe früher als geplant zur Schlachtung. Die zusätzliche Menge an Tieren auf dem Markt könnte jedoch neue Probleme verursachen.
Mehr Schlachtungen erhöhen den Druck auf die Preise
Nach Angaben aus der Landwirtschaft wurden im vergangenen Monat rund 3500 Kühe mehr geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Viele Viehhalter befürchten, dass ein Überangebot entstehen könnte.
Der Schweizer Bauernverband und der Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands, SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh, rufen deshalb zu gestaffelten Schlachtungen auf.
Der Hintergrund: Wenn viele Bauern gleichzeitig Tiere verkaufen, können die Preise sinken. Diese Entwicklung könnte wiederum weitere Betriebe dazu bewegen, ihre Kühe ebenfalls früher abzugeben – ein Kreislauf, der die Situation zusätzlich verschärft.
Bauernverband sieht erste Entspannung
Der Aufruf scheint erste Wirkung zu zeigen. Laut Angaben des Bauernverbands wurden in der vergangenen Woche rund 100 Kühe weniger zur Schlachtung angemeldet als noch eine Woche zuvor.
Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Sollte die Trockenheit weiter anhalten, könnten im kommenden Frühjahr weniger Rinder verfügbar sein. In diesem Fall wären zusätzliche Fleischimporte aus dem Ausland möglich.
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Forderung nach Unterstützung beim Futterimport
Um die Situation zu entschärfen, fordert Ernst Wandfluh politische Massnahmen. Der Bund soll den Zoll auf importiertes Heu vorübergehend aussetzen, damit betroffene Betriebe leichter Futter zukaufen können.
Importiertes Heu wird aktuell durch Zollabgaben verteuert. Für Landwirtschaftsbetriebe mit leeren Futterlagern könnten diese zusätzlichen Kosten eine erhebliche Belastung darstellen.
Trockenheit bleibt Herausforderung für Landwirtschaft
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark die Landwirtschaft von Wetterextremen abhängig ist. Neben der Tierhaltung sind auch andere Bereiche wie Ackerbau und Milchwirtschaft von den trockenen Bedingungen betroffen.
Wie sich die Situation weiterentwickelt, hängt vor allem von den kommenden Niederschlägen ab. Für viele Bauern bleibt die Hoffnung auf eine Wetterwende bestehen.






