Das „wohl schönste Dorf“ Südtirols kämpft mit den Folgen seines Ruhms.
St. Magdalena im Villnösser Tal wird von Touristen überrannt – mit drastischen Konsequenzen für die Bewohner.
Von der Idylle der verschneiten Dolomiten ist nur noch wenig zu sehen.
Übertourismus in St. Magdalena
Das 500-Seelen-Dorf wurde vom Magazin Geo zum schönsten Dorf Südtirols gekürt.
Seither zieht es Touristen aus aller Welt an, selbst aus China:
Han Gengai und Li Shangxi, Studentinnen aus Peking, reisten extra für das Dorf an.
Grund: Instagram-Fotos von der Kirche und den Gipfeln der 3.000 Meter hohen Geislergruppe.
Laut gmx.ch begann der grosse Andrang vor einigen Jahren, nachdem ein chinesischer Telekom-Konzern das Alpenpanorama für Werbung nutzte. Seitdem hat sich die Zahl der Besucher stark erhöht.
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Klick, Selfie und wieder weg
Viele Touristen bleiben nur kurz:
Hoch zur Kirche
Foto oder Selfie
Post auf Instagram, TikTok oder Xiaohongshu
Die Jagd nach dem perfekten Bild hat inzwischen drastische Folgen für die Einheimischen:
Busse und Autos verstopfen die engen Strassen
Wildes Parken auf privaten Grundstücken
Besucher steigen über Zäune, zertrampeln Wiesen, hinterlassen Müll
Eine Anwohnerin beschreibt:
„Nicht einmal das hält die Leute ab. Sie kommen mit dem Handy bis in die Küche oder in den Stall.“
Massnahmen gegen die Überflutung
Am Obermesner-Hof neben der Kirche hängt seit Kurzem ein Schild:
„Privatbesitz – Privät – Privata“
Die Gemeinde plant nun eine hochmoderne Schrankenanlage:
Zufahrt zur Kirche und ins Dorf wird gesperrt
Ausstattung mit Kameras
Kosten: 20.000 Euro
Fertigstellung: spätestens Mai
Bürgermeister Peter Pernthaler erklärt:
„Das ist schlimmer als in Venedig. Die Leute haben keinen Anstand. Die Privatsphäre wird überhaupt nicht mehr respektiert. Wir hoffen, dass wir die Sache damit in den Griff bekommen.“










