Tottenham Hotspur hat im Sommer mehr als 360 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Nach fünf Spieltagen steht der Klub dennoch am Tabellenende der Premier League. Die 2:3-Niederlage gegen Aston Villa verschärfte die Situation für Trainer Roberto De Zerbi, der selbst von einer ungewöhnlich inkonstanten Mannschaft sprach.
Nach der Niederlage gegen Aston Villa zeigte sich De Zerbi ratlos. Auf die Fragen der Journalisten habe er keine Antwort, sagte der Italiener gegenüber „Talksport“.
Der Trainer kritisierte vor allem die Schwankungen seiner Mannschaft. Tottenham könne in einer Partie zunächst über längere Phasen sehr gut spielen und anschliessend durch einfache Fehler die Kontrolle verlieren.
Dabei sollte die aktuelle Saison nach zwei Jahren in den unteren Tabellenregionen einen Neustart bringen. In der vergangenen Spielzeit war Tottenham zeitweise sogar in unmittelbarer Abstiegsgefahr.
De Zerbi führte Tottenham zum Klassenerhalt
De Zerbi übernahm Tottenham im Frühjahr 2026 und sicherte dem Klub mit einem starken Endspurt den Klassenerhalt. Seine Verpflichtung war zunächst nicht unumstritten, unter anderem wegen seiner früheren Äusserungen und seines Umgangs mit Mason Greenwood während seiner Zeit bei Olympique Marseille.
Sportlich gelang es De Zerbi jedoch, Tottenham vor dem Abstieg zu bewahren. Im Sommer sollte darauf aufgebaut werden. Der Klub investierte deshalb massiv in den Kader.
Zu den teuersten Neuzugängen gehörten Sandro Tonali von Newcastle, Mateus Fernandes von West Ham, Sávio von Manchester City und Jan Paul van Hecke von Brighton. Für jeden dieser Spieler wurden nach den Angaben im Bericht mindestens 60 Millionen Euro bezahlt.
Laut GMX investierte Tottenham insgesamt mehr als 360 Millionen Euro in neue Spieler. Nur Chelsea und Manchester City gaben in diesem Sommer noch mehr für Transfers aus.
Grosse Investitionen nach jahrelanger Kritik
Die hohen Ausgaben stehen auch im Zusammenhang mit der jahrelangen Kritik an der Klubführung. Tottenham wurde wiederholt vorgeworfen, im Vergleich zu anderen englischen Topklubs zu wenig in den Kader investiert zu haben.
Daniel Levy war seit 2001 in führender Funktion beim Klub tätig und prägte den Aufstieg Tottenhams in die englische Spitzengruppe. In seiner Amtszeit erreichte die Mannschaft unter anderem 2019 das Finale der Champions League.
Mit Spielern wie Harry Kane und Heung-min Son entwickelte sich Tottenham zeitweise zu einem regelmässigen Teilnehmer an europäischen Wettbewerben. Der grosse Titel blieb jedoch aus.
2025 zog sich Levy aus dem operativen Geschäft zurück. Mit zusätzlichen Einnahmen aus den TV-Rechten verbesserten sich zugleich die finanziellen Möglichkeiten des Vereins.
Ex-Bundesliga-Spieler im Kader
Auch bekannte Spieler aus der Bundesliga gehören inzwischen zum Tottenham-Kader. Xavi Simons, der zuvor bei RB Leipzig spielte, wechselte nach London. Der ehemalige Frankfurter Omar Marmoush kam ebenfalls zu den Spurs, nachdem seine Zeit bei Manchester City nicht den erhofften Verlauf genommen hatte.
Marmoush sucht bislang nach seiner früheren Form. Simons steht derzeit wegen eines Kreuzbandrisses nicht zur Verfügung und wird voraussichtlich noch längere Zeit fehlen.
Die Probleme zeigen sich auch auf dem Platz. Tottenham erzielte gegen Aston Villa seine ersten beiden Premier-League-Tore der Saison – und das erst am fünften Spieltag. Gleichzeitig sorgen defensive Fehler und fehlende Stabilität immer wieder für Gegentore.
Tottenham steht am Tabellenende
Nach fünf Spieltagen ist Tottenham damit Schlusslicht der Premier League. Zudem ist der Klub bereits aus einem Pokalwettbewerb ausgeschieden.
Der Saisonstart steht damit deutlich im Kontrast zu den hohen Erwartungen nach den umfangreichen Investitionen. Ob sich die neu zusammengestellte Mannschaft stabilisieren kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Für De Zerbi geht es dabei auch darum, die vielen neuen Spieler zu einer funktionierenden Mannschaft zu formen. Nach dem Fehlstart steht der Trainer bereits früh vor der Aufgabe, eine sportliche Trendwende einzuleiten.






