Es klingt wie aus einem Albtraum:
Eine Frau wird nach einem medizinischen Notfall zu Hause für tot erklärt – nur um Stunden später in der Leichenhalle wieder aufzuwachen.
Der Fall sorgt nun in England für Entsetzen und wirft schwere Fragen über das Vorgehen der Rettungskräfte auf.
Frau in Leichenhalle entdeckt – noch am Leben
Fehldiagnose mit fataler Verzögerung
Wie eine gerichtliche Untersuchung zeigt, wurde die 54-jährige Olive Martin in ihrem Zuhause in Darlington (Nordostengland) bewusstlos aufgefunden, nachdem sie offenbar einen Anfall erlitten hatte.
Anstatt sofort in die Notaufnahme gebracht zu werden, erklärten Sanitäter sie fälschlicherweise für verstorben und brachten sie direkt in die Leichenhalle des Darlington Hospital.
Erst dort stellten Mitarbeitende fest, dass Martin noch Lebenszeichen zeigte.
Das bestätigte laut dailymail.co.uk der North East Ambulance Service während der Gerichtsverhandlung.
Zwei Stunden ohne Behandlung
Offene Fragen im Gerichtssaal
Vor Gericht wurde deutlich, dass zwischen dem mutmasslichen Tod und der tatsächlichen medizinischen Versorgung rund zwei Stunden vergangen waren.
Der Familienanwalt Tom Barclay Semple kritisierte die fehlende Notfallversorgung:
„In dieser Zeit erhielt Olive überhaupt keine Behandlung. Es muss geprüft werden, ob sie noch hätte gerettet werden können.“
Auch der Gerichtsmediziner Jeremy Chipperfield räumte ein, dass unklar sei, wie lange die Frau bereits unter Sauerstoffmangel gelitten habe, als sie gefunden wurde.
Er bestätigte aber, dass ein Hirnschaden letztlich zum Tod geführt habe – „wenn auch erst einige Zeit später“.
Untersuchung zum Ablauf läuft noch
Ambulanzdienst zeigt sich betroffen
Der North East Ambulance Service teilte mit, dass unmittelbar nach Bekanntwerden eine interne Untersuchung eingeleitet wurde.
„Wir bedauern zutiefst die Not, die dieser Vorfall verursacht hat“, so Abteilungsleiter Andrew Hodge.
Die betroffenen Mitarbeitenden werden derzeit psychologisch betreut.
Die Durham Constabulary untersuchte den Fall bereits, erhob jedoch keine strafrechtlichen Anklagen.
Die gerichtliche Untersuchung wird am 30. Januar 2026 fortgesetzt.
Ein tragischer Fall, der zeigt, wie wichtig präzise Diagnosen im Rettungsdienst sind – und wie schmal die Grenze zwischen Leben und Tod manchmal ist.










