Dramatischer Samstag im Toggenburg:
Innerhalb von nur wenigen Minuten verunfallen zwei Gleitschirmpiloten unabhängig voneinander – einer in Alt St. Johann, einer in Unterwasser.
Ein 69-Jähriger hat Glück im Unglück, ein 28-Jähriger wird schwerer verletzt per Rega ins Spital geflogen.
Erster Unfall: Twist macht Schirm manövrierunfähig
Gegen 14.00 Uhr startet ein 69-jähriger Gleitschirmpilot am Startplatz Hinterrugg in Alt St. Johann.
Was als normaler Flug beginnt, wird plötzlich heikel:
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Der Schirm gerät in einen Twist und wird manövrierunfähig.
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Der Pilot wird immer näher an die Felsen am Frümsel gedrückt.
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In dieser Situation zieht er den Notschirm.
Der Mann landet unsanft auf einer Schneedecke beim Chegelhöf in Alt St. Johann und verletzt sich leicht.
Die Rega wird alarmiert, fliegt den Verunfallten auf einen Parkplatz und nach der medizinischen Erstversorgung kann er entlassen werden.
Zweiter Unfall: Sturz über 80 Meter hohe Felswand
Nur zehn Minuten später, um 14.10 Uhr, kommt es zum zweiten Unfall:
Ein 28-jähriger Pilot startet am Chäserugg zu einem Flug in Richtung Alt St. Johann. Doch schon beim Start geht etwas schief:
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Der Mann stolpert während des Startvorgangs.
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Er verfängt sich mit den Beinen in den Steuerleinen seines Gleitschirms.
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Er stürzt – teilweise durch den Schirm gebremst – kopfüber eine rund 80 Meter hohe Felswand hinunter.
Am Fuss der Wand bleibt der Pilot mit unbestimmten Verletzungen liegen.
Die Rega bringt ihn per Helikopter ins Spital.
Ermittlungen zum Unfallhergang
Die genauen Abläufe der beiden Unfälle sind noch unklar.
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Spezialisten der Alpinen Einsatzgruppe der Kantonspolizei St. Gallen untersuchen die Vorfälle.
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Die Ermittlungen erfolgen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft St. Gallen.
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Zudem ist gestützt auf Artikel 98 Luftfahrtgesetz die Bundesanwaltschaft in die Abklärungen eingebunden.
Es geht darum, zu klären, welche technischen oder menschlichen Faktoren zu den Unfällen geführt haben – und ob Sicherheitslehren daraus gezogen werden können.










