Im tragischen Fall der ungewöhnlichen Krankheits- und Vergiftungsserie in Istanbul gibt es weitere Opfer – und erneut Festnahmen. Laut watson.ch wurden nach dem Tod einer Hamburger Mutter und ihrer beiden Kinder nun zwei weitere Touristen mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Bei den Betroffenen handelt es sich um einen Italiener und einen Marokkaner, die im selben Hotel in der Istanbuler Altstadt übernachteten wie die verstorbene Familie. Beide klagten über Übelkeit und Erbrechen, sollen sich laut Behördenangaben jedoch nicht in Lebensgefahr befinden.
Hotel unter Verdacht – Ermittler sichern Spuren
Ein Vertreter des Hotels erklärte gegenüber CNN Türk, dass es im Gebäude kein Restaurant gebe – lediglich Trinkwasser. Ermittler nahmen daraufhin Wasserproben und sicherten Videoaufnahmen. Zudem stellten sie fest, dass ein Zimmer im Erdgeschoss kurz zuvor mit Chemikalien desinfiziert worden war.
Die Polizei nahm drei weitere Verdächtige fest, darunter einen Hotelverantwortlichen und zwei Personen, die die Desinfektion vorgenommen hatten. Damit steigt die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben. Medien berichten ausserdem, dass das Hotel evakuiert und sämtliche Gäste in andere Unterkünfte verlegt wurden.
Drei Todesopfer – Vater weiter in Behandlung
Die verstorbene Mutter und ihre Kinder im Alter von drei und sechs Jahren waren mutmasslich Opfer einer Lebensmittelvergiftung geworden. Endgültige Klarheit sollen Laboruntersuchungen bringen. Die Familie, die türkische Wurzeln hat, wurde inzwischen in der Provinz Afyonkarahisar beerdigt. Der Vater kämpft weiterhin auf einer Intensivstation um sein Leben.
Bereits am Mittwoch war die Familie wegen Übelkeit und Erbrechens erstmals ins Krankenhaus gebracht worden. Während die Eltern wegen Gastroenteritis behandelt wurden und die Kinder zunächst wieder entlassen wurden, verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. In der Nacht wurden alle erneut ins Krankenhaus eingeliefert – doch für die Kinder und später auch für die Mutter kam jede Hilfe zu spät.
Experten kritisieren mangelnde Kontrollen
Trotz regelmässiger Kontrollen wird immer wieder über unzureichende Hygiene bei Restaurants und Strassenverkäufern in der Türkei berichtet. Insbesondere in touristischen Hotspots seien die Kontrollen laut Experten nicht ausreichend. Erst kürzlich wurden im zentralanatolischen Kayseri rund 80 Schüler und Lehrer nach dem Verzehr von Wurst im Brot ins Krankenhaus eingeliefert.










